Baustilkunde. Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart

Wilfried Koch · 1982 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Baustilkunde. Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart
Autor(en): Wilfried Koch


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1982
Schlagwörter: Baustil, Architektur, Zeichnung, Europa
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Mosaik


Umfang dieser Ausgabe: 528 Seiten
ISBN: 9783791349978
Verweise


Baustilkunde. Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart ist das 1982 im Mosaik-Verlag in München erschienene Kompendium von Wilfried Koch. Der Architekt und Architekturhistoriker, 1929 geboren, hatte 1967 bereits eine kleine Stilkunde vorgelegt; die große Baustilkunde sammelt rund 2800 Federzeichnungen des Autors zu Grundrissen, Ansichten und Details und ordnet die europäische Baukunst nach Epochen und Bauaufgaben: Sakralbau, Burg und Palast, Bürger- und Kommunalbau, Stadtentwicklung. Spätere Auflagen bei Orbis und Prestel haben den Band erweitert, zuletzt um einen farbigen Teil zur modernen Architektur und ein mehrsprachiges Bildlexikon. Das Buch ist Nachschlagewerk, kein Essay: man schlägt nach, vergleicht, erkennt.

Inhalt

Koch schreibt gegen zwei Weisen, Architektur zu lehren: gegen die bloße Epochenerzählung, die Stile als Abfolge von Geistern nimmt, und gegen den Bildband, der Fassaden zeigt, ohne den Grundriss. Seine Antwort sind eigene Zeichnungen. Die Federlinie macht aus dem Bau eine lesbare Figur: Säulenordnung, Gewölbe, Maßwerk, die Treppe, der Platz. Die Gliederung nach Bauaufgaben erlaubt den Vergleich über Jahrhunderte: wie eine Kirche trägt, wie eine Burg schließt, wie das Rathaus den Markt bindet. Europa ist der Rahmen, von der griechischen Antike bis zur Gegenwart; außereuropäische Baukunst bleibt Rand, was den Erfolg im Studium nicht gemindert und die Kritik am Kanon nicht verstummt hat. Der Untertitel Standardwerk ist Verlagsanspruch und, nach Dutzenden von Auflagen, Befund.

Die Systematik ist der Vorzug und die Grenze. Gegenposition ist jede Architekturgeschichte, die den Bau aus Gesellschaft, Technik und Auftraggeber erklärt, statt aus Formmerkmalen, und jede Weltschichte der Architektur, die Europa nicht zum Maß macht. Koch liefert das Vokabular, mit dem man einen Bau benennen kann; er liefert weniger die Gründe, warum gerade so gebaut wurde. Die 2800 Zeichnungen ersetzen die Reise nicht, sie machen die Reise lesbar. Das fünfsprachige Glossar späterer Auflagen hat den Band ins Ausland getragen; die Gesamtauflage der Stilkunden Kochs übersteigt eine Million. Wer nur blättert, findet ein Bildlexikon. Wer nur den Text will, findet wenig Prosa und viel Zuordnung.

Unsicher wird das Werk, wo die Zeichnung die Fotografie und den Befund vor Ort ersetzt und wo »bis zur Gegenwart« die jüngste Baukunst als Stil unter anderen einordnet, als wäre sie schon historisch. Koch ist Praktiker der Anschauung, kein Theoretiker der Moderne. Prestel hat den Mosaik-Band in ein Kunstbuchhaus überführt, ohne die Federzeichnung aufzugeben; sie bleibt das Erkennungszeichen. Die kleine Stilkunde von 1967 war der Vorläufer für Laien; die große ist das Buch auf dem Tisch der Architekturstudenten, die zuerst wissen müssen, wie ein Kapitell heißt, bevor sie fragen, wem der Bau gehört.

Einordnung

Kochs Baustilkunde hat der deutschsprachigen Architekturlehre das Nachschlagewerk gegeben, das Gombrichs Die Geschichte der Kunst für die Bildkunst war, nur trockener und zeichnerischer: weniger Erzählung, mehr Vergleich. Sie steht neben den Epochenhandbüchern der Kunstgeschichte und neben einer neueren Architekturtheorie, die den Stilbegriff selbst für verdächtig hält. Nachbarschaft hat der Band zu jeder Einführung, die am Bau das Sehen übt, bevor sie deutet. Wer nach Koch über europäische Baukunst spricht, ohne Grundriss und Detail, hat das Standardwerk nicht aufgeschlagen. Die Feder bleibt genauer als das Schlagwort; darin ist das Buch älter als die Debatte, die den Kanon sprengen will, und nützlicher, als diese Debatte zugibt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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