Axiochos

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Axiochos
Autor(en): Pseudo-Platon
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Mohr Siebeck
Serie:
Erscheinungsjahr:
Seitenanzahl: 280 Seiten
Originaltitel: Ἀξίοχος
Originalsprache: altgriechisch
ISBN-10: 3161519043
ISBN-13/

EAN-Code:

9783161519048
Schlagwörter: Tod, Trost, Unsterblichkeit, Seele
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Der Axiochos ist ein antiker Dialog in griechischer Sprache, der Platon zugeschrieben wurde, aber sicher nicht von ihm stammt. Die Unechtheit war schon in der Antike bekannt; Diogenes Laertios führt ihn unter den unechten Schriften. Das Gespräch spielt in Athen gegen Ende des fünften Jahrhunderts: Sokrates tröstet den sterbenskranken Politiker Axiochos, einen Onkel des Alkibiades. Materialistische und platonische Argumente stehen nebeneinander, obwohl sie einander ausschließen. In der Frühen Neuzeit war der Text als Trostschrift beliebt; die Moderne hat ihm oft Denkschwäche vorgeworfen.

Inhalt

Der unbekannte Verfasser schreibt nicht gegen eine Schule, sondern gegen die Todesfurcht, und er nimmt, was tröstet. Sokrates trifft am Ilissos den Sohn des Axiochos und eilt ins Haus des Verzagten. Zuerst kommt das epikureische Argument: Leid trifft nur den, der da ist; vor der Geburt war uns nichts Übles, nach dem Tod ist niemand mehr, den es treffen könnte. Gleich darauf folgt die platonische Überzeugung, die Seele sei unsterblich und werde durch den Tod vom Körper befreit. Beide Wege sollen dasselbe zeigen: die Furcht sei unbegründet. Dann leiht sich Sokrates von Prodikos die Klage, das Leben sei von der Geburt an Mühsal, für Bauern und Ruderer ebenso wie für Staatsmänner, und ein früher Tod eine Gunst der Götter. Axiochos bestätigt die Bitternis der Politik, weist die Trostgründe aber als leere Worte ab.

Nun wechselt Sokrates die Ebene. Die gewaltigen Fähigkeiten des Menschen – Meere zu kreuzen, Städte zu bauen, Naturgesetze zu erforschen – bewiesen etwas Göttliches in ihm, also Unsterblichkeit. Wer gut gelebt habe, erwarte ein leidfreies Jenseits; ein Mythos vom Totengericht malt das aus. Erst diese Aussicht heitert Axiochos auf. Der Dialog sucht also nicht gemeinsam Wahrheit, wie echte platonische Gespräche, sondern spendet Belehrung und Trost. Die anderen Anwesenden schweigen. Das Haus des Sterbenden ist kein Schauplatz der Prüfung, sondern der Therapie. Was zählt, ist die Wirkung auf die Seele, nicht die Stimmigkeit der Prämissen.

Unsicher ist das Buch in eben dieser Stimmigkeit, und die Unsicherheit ist der ganze Streit um seinen Wert. Epikureisches Ende und platonische Fortdauer lassen sich nicht addieren; Axiochos verwirft das eine als neumodisches Geschwätz und nimmt das andere an. Manche Forscher sehen darin Absicht: ein Akademiker um 300 vor Christus polemisiere gegen den Epikureismus, indem er ihn als trostlos vorführt. Andere datieren später, ins zweite oder erste Jahrhundert, und halten den Autor für einen Redner ohne philosophischen Ernst. Michel de Montaigne vermisste Substanz; Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff nannte ein Machwerk. Die mildere Lesart sagt, Sokrates behandle Axiochos wie ein verstörtes Kind und greife ins ganze Reservoir, weil Wahrheit hier Mittel zum Trost sei.

Einordnung

Der Axiochos gehört zur Gattung der Trostschriften, nicht zur Dialogkunst Platons. In der Renaissance übersetzten ihn Humanisten als Buch über die Todesverachtung; Marsilio Ficino dachte an Xenokrates, Cosimo de’ Medici ließ sich den Text vorlegen. Heute steht er in den Anhängen der Platonausgaben, etwa in der deutschen Sammlung bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, und in der kommentierten Ausgabe von Irmgard Männlein-Robert. Neben der Apologie und Gesprächen wie dem Gorgias, die den Tod ernst nehmen, ohne ihn wegzureden, wirkt er weich. Wer Platon sucht, findet ein Echo; wer antiken Trost sucht, findet ein frühes Beispiel der Seelenführung.

Das Missverständnis ist, den Text an der Dialektik der echten Dialoge zu messen und dann zu verwerfen. Er will nicht prüfen, ob die Seele unsterblich ist, sondern einem Sterbenden den Schrecken nehmen. Darin liegt seine historische Wahrheit: im Hellenismus verlangte man von der Philosophie Halt, nicht offene Suche. Mauro Tulli hat den Verfasser in der Akademie gesehen, der den Platonismus dem Klima seiner Zeit anpasste. Die moderne Geringschätzung trifft die Form; die Frage, ob Argumente die Seele erreichen dürfen, ohne wahr zu sein, bleibt. Der Axiochos hat sie praktisch bejaht. Die Philosophie hat sie nicht geschlossen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.