Apologie
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Apologie |
| Autor(en): | Platon |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | |
| Seitenanzahl: | 123 Seiten |
| Originaltitel: | Ἀπολογία Σωκράτους |
| Originalsprache: | griechisch |
| ISBN-10: | 315008315X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150083154 |
| Schlagwörter: | Sokrates, Gericht, Wissen, Tod |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Die Apologie ist die literarische Gestaltung der Verteidigungsrede, die Platon seinem Lehrer Sokrates im Prozess des Jahres 399 vor Christus in den Mund legt. Der griechische Titel Apología Sōkrátous meint die Verteidigungsrede des Sokrates. Platon fügt drei Reden an einem Tag: zur Schuldfrage, zum Strafmaß und nach dem Todesurteil. Das Werk gilt als frühes Hauptstück der klassischen Philosophie und als Weltliteratur, unabhängig davon, wie nah es der historischen Rede kommt.
Inhalt
Sokrates spricht gegen die alte Verleumdung und gegen die aktuelle Anklage. Schwerer als Anytos, Meletos und Lykon wiegen die Gerüchte, er erforsche Unterirdisches und Himmlisches und mache die schwächere Sache zur stärkeren – Vorwürfe, die auch die Komödie des Aristophanes genährt hat. Er bestreitet Naturforschung und Bezahlung, grenzt sich von den Sophisten ab und erzählt das delphische Orakel: Niemand sei weiser als Sokrates. Daraus folgt die Prüfung der Politiker, Dichter und Handwerker, die sich als unwissend erweisen, während er wenigstens weiß, dass er nicht weise ist. Diese Prüfung im Dienst des Gottes hat ihn verhasst gemacht. Die Jugendverderbnis sei die Rache der Entlarvten. Im Verhör zeigt Meletos, dass er weder über Erziehung noch über die Götter eine klare Lehre hat: Er klagt Sokrates der Gottlosigkeit und zugleich eines neuen daimonischen Kults an.
Nach dem Schuldspruch, der knapp ausfällt, ironisiert Sokrates das Strafmaß. Statt der Todesstrafe des Klägers beantragt er Speisung im Prytaneion, die Ehrung eines Wohltäters, dann auf Zureden der Freunde eine Geldbuße von dreißig Minen. Verbannung lehnt er ab, weil er anderswo dasselbe täte; ein Leben ohne Prüfung sei nicht lebenswert. Die dritte Rede, historisch unwahrscheinlich, weil das Verfahren kein Schlusswort des Verurteilten vorsah, stellt den Tod gegen die Schlechtigkeit der Ankläger. Das Daimonion, die innere Stimme, hat sich nicht gemeldet: ein Zeichen, dass der Gott den Ausgang billigt. Ob nach dem Tod empfindungsloser Schlaf oder Gespräch mit den Toten warte – beides sei Gewinn. Sicher sei nur, dass es für einen guten Menschen kein Übel gebe, weder im Leben noch im Sterben.
Der Ton widerspricht der Ankündigung schlichter Marktprosa. Die Rede ist kunstvoll gebaut und inhaltlich unhöflich: Sokrates erregt die Richter, statt sie zu gewinnen, nennt sich unentbehrliche Bremse am trägen Pferd Athen und erklärt, ein Rechtschaffener könne in der Demokratie nicht politisch wirken, ohne umzukommen. Platon schreibt gegen die sophistische Redekunst und gegen ein Gericht, das Mitleid höher stellt als Tatbestand. Unsicher bleibt, wie viel vom historischen Sokrates in dieser Gestalt steckt. Die erkenntnistheoretische Strenge – gesichertes Wissen über das Gute sei dem Menschen versagt – spricht gegen bloße Erfindung, weil Platon selbst später anders lehrt. Die Apologie ist Philosophie in der Form einer Gerichtsrede und bleibt an den Prozess gebunden, der einen Bürger an einem Tag über Leben und Tod entscheiden ließ.
Einordnung
Keine Schrift hat das Bild des Sokrates so festgesetzt: der gesetzestreue Mann, der schuldlos in den Konflikt mit der Stadt gerät und an seinen Grundsätzen festhält. Xenophon schrieb eine eigene Verteidigung; Isokrates spiegelte die Form in der Antidosis; Aristoteles zitierte das Verhör des Meletos als Muster einer Zurückführung aufs Absurde. In der Tetralogie steht die Apologie neben Euthyphron, Kriton und Phaidon. Karl Popper nannte sie die schönste philosophische Schrift, die er kenne. Die neuere Forschung betont den fiktionalen Charakter und den Kampf um das Andenken nach der Hinrichtung; gleichwohl gelten Anklagepunkte und viele Einzelheiten als historisch tragfähig. Die dritte Rede ist literarische Steigerung.
Das Missverständnis liegt darin, die Apologie als Wortlautprotokoll oder als bloße Legende zu lesen. Sie ist beides nicht: Kunstwerk mit historischem Kern, Protreptikos zum philosophischen Leben und Abrechnung mit Athen. Nachbarschaft hat sie zu Platons Der Staat, der die Gerechtigkeit der Seele und der Stadt fortspinnt, und zur Kritik der reinen Vernunft nur in der fernen Frage, was der Mensch wissen kann. Justin der Märtyrer verglich Sokrates mit den Christenverfolgungen. Geblieben ist die Szene vor Gericht – und der Satz, dass der Tod leichter zu fliehen sei als die Schlechtigkeit, wenn man vor nichts zurückscheue.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
