Autor:Judith Kerr
Judith Kerr (1923–2019), in Berlin geboren, hat der Flucht vor Hitler die Stimme eines Kindes gegeben, das den Ernst versteht und ihn nicht pathosvoll macht. Als Hitler das rosa Kaninchen stahl erzählt, wie Anna 1933 die Wohnung, die Sprache und das Stoffkaninchen verliert und im Exil trotzdem Kind bleibt.
Leben
Tochter des Theaterkritikers Alfred Kerr; die Familie verließ Berlin, als die Listen schon ihren Namen trugen. Schweiz, Paris, London: Der Umweg war diese Flucht, die sie erst Jahrzehnte später auf Englisch erzählte, für Kinder, ohne Anklage im Ton der Erwachsenen. Sie blieb in England, zeichnete, schrieb die Katze Mog und den Tiger, der zum Tee kommt. Sie starb in London, hochbetagt, als das Kaninchen längst Schulstoff war.
Wirkung
Kerr hat das Exil vom Koffer und vom Klassenzimmer aus erzählt, nicht vom Podium. Anna merkt, dass die Eltern Angst haben, und merkt zugleich, dass ein Kind in Zürich und Paris neue Spiele findet. Das ist die Härte des Buches: Es verharmlost Hitler nicht und verweigert der Kindheit trotzdem nicht das Recht, weiterzugehen. Die Trilogie führt Anna bis in die Nachkriegsjahre; der erste Band bleibt der klarste, weil die Flucht noch neu ist und das Kaninchen noch fehlt.
Die deutsche Übersetzung von Annemarie Böll und der Jugendliteraturpreis haben es zur Klassenlektüre gemacht, manchmal so fest, dass man die Leichtigkeit für Harmlosigkeit hält. Kerr zeichnete die Bilder selbst; die Nüchternheit ist Absicht. Wer nur eine Warnung vor 1933 sucht, findet sie. Wer das Buch genau liest, findet außerdem, wie eine Familie ihre Würde hält, indem sie den Kindern nicht die ganze Angst zumutet – und ihnen die Wahrheit trotzdem nicht erspart.
Werke
In Auswahl außerdem: Warten auf den Frieden, Eine Art Treue, Ein Tiger kommt zum Tee.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.