Autor:Ernst Fraenkel
Ernst Fraenkel (1898–1975), in Köln geboren, hat den Nationalsozialismus als Doppelung von Recht und Willkür beschrieben, während er noch im Land Anwalt war. Der Doppelstaat erschien 1941 in New York; die deutsche Fassung kam erst 1974. Normenstaat und Maßnahmenstaat sind seither feste Begriffe der Zeitgeschichte.
Leben
Jüdische Familie, der Erste Weltkrieg, Verwundung, Arbeitsrecht bei Hugo Sinzheimer, die Kanzlei in Berlin mit Franz Neumann, Syndikus der Metallarbeiter. Bis 1938 vertrat er Regimegegner und schrieb heimlich am Manuskript, das französisches Diplomatengepäck außer Landes brachte. Der Umweg ist diese Praxis: Die Theorie kommt aus Akten und aus der Gefahr, nicht aus dem Seminar. Chicago, nach 1951 Berlin, das Otto-Suhr-Institut, das Kennedy-Institut, die Lehre vom Pluralismus. Er starb in West-Berlin.
Wirkung
Fraenkel hat gezeigt, dass im Deutschen Reich das herkömmliche Recht nicht einfach verschwand, sondern soweit galt, wie es Eigentum und Vertrag berechenbar hielt – und überall dort endete, wo die Politik den Feind bestimmte. Die Reichstagsbrandverordnung wird zur Verfassungsurkunde; im Zweifel siegt der Maßnahmenstaat. Gegen Carl Schmitt denkt er keine starre Souveränität der Ausnahme, sondern eine Dynamik, in der sich die Ausnahme in den Normenstaat hineinfrisst. Nach Kriegsbeginn, meinte er später, sei daraus der Unstaat geworden, den Neumann als Behemoth beschrieben hat.
In den Vereinigten Staaten wurde das Buch rasch gelesen; in Deutschland blieb es nach 1945 lange unauffindbar. Erst die Ausgabe von 1974 löste das Bild eines einheitlichen Führerstaates. Die Kritik hat das Begriffspaar auf Stalinismus und DDR übertragen und bestritten, der Maßnahmenstaat habe bloß zerschlagen, statt eine neue, rassistische Rechtsordnung zu setzen. Wer Fraenkel nur als NS-Chronisten liest, verfehlt die Theorie der Diktatur: wie eine Ordnung zugleich Recht bleibt und das Recht zur Waffe macht.
Werke
- Der Doppelstaat (1941)
In Auswahl außerdem: Deutschland und die westlichen Demokratien, Zur Soziologie der Klassenjustiz.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.