Autor:Bonaventura
Bonaventura (1221–1274), als Giovanni di Fidanza in Bagnoregio geboren, hat den Glauben so knapp begründet, dass ein Band die Summe trägt. Das Breviloquium ist die kleine Dogmatik des Franziskaners: Schrift, Dreifaltigkeit, Schöpfung, Sakrament, Gericht – kurz und spekulativ, Weisheit, die den Geist zu Gott zurückbeugt.
Leben
Franziskaner, Paris, der Magister, der 1257 zum Generalminister des Ordens gewählt wurde. Der Umweg ist dasselbe Jahr: die Brüder baten um etwas Kurzes über die Wahrheit der Theologie, und der neue Vorsteher schrieb die Kürze, während er den Orden zwischen strenger Armut und gelehrtem Konvent zusammenhielt. 1273 Kardinal, 1274 der Tod während des Konzils von Lyon. Die Legende des heiligen Franziskus, die er amtlich fassen ließ, gehört zu derselben Aufgabe: die Bewegung erzählbar und lenkbar machen.
Wirkung
Bonaventura hat der Scholastik eine franziskanische Mitte gegeben: nicht die uferlose Streitfrage, nicht die fromme Kürze ohne Grund. Theologie ist ihm Weisheit, nicht eine Wissenschaft unter anderen; die philosophischen Werkzeuge bleiben im Dienst der Schrift und Christi. Neben der großen Summe des Thomas von Aquin steht das kurze Wort als die andere Dogmatik des dreizehnten Jahrhunderts, auf den Aufstieg des Geistes hin geordnet, in der Linie des Augustinus und der Sentenzen. Nikolaus von Kues hat das Buch gelesen. Wer Bonaventura nur als Mystiker des Itinerariums kennt, findet hier den Schulmann; wer ihn nur als Schulmann kennt, merkt, dass die Kürze andächtig bleiben will.
Die Kirche hat ihn zum Kirchenlehrer und seraphischen Doktor gemacht; der Vergleich mit Thomas hat ihn lange in den Schatten der Breite gestellt. Missverstanden wird das Breviloquium, wenn man kurz für leicht hält oder es gegen Thomas als gefühlige Alternative ausspielt. Beide teilen die Scholastik, nicht die Stimmung. Geblieben ist ein Modell, Theologie so zu sagen, dass sie in einem Band zu umfassen und doch nicht zu verflachen ist. Die deutsche Übertragung von Marianne Schlosser hat den Text aus eben diesem Schatten geholt.
Werke
- Breviloquium (1257)
In Auswahl außerdem: Itinerarium mentis in Deum, Legenda maior, Kommentar zu den Sentenzen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.