Autor:Andreas Reckwitz

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Andreas Reckwitz (geb. 1970), in Witten geboren und in Berlin lehrend, hat die Spätmoderne als Ende ungebrochener Fortschrittsgewissheit beschrieben. Das Ende der Illusionen übersetzt die Singularitätenthese ins Politische: Klassen, Kulturkämpfe, ein Liberalismus, der sich wieder einfrieden soll.

Leben

Soziologie, Politik, Philosophie in Bonn, Hamburg und Cambridge, dort der Abschluss bei Anthony Giddens. Dissertation und Habilitation in Hamburg, Konstanz, die Europa-Universität Viadrina, seit 2020 Humboldt-Universität. Der Umweg ist die Praxeologie: Reckwitz hat Handeln über Praktiken und Wissensordnungen erklärt, nicht über Nutzen oder Norm, und daraus die großen Diagnosen gebaut – das hybride Subjekt, die Erfindung der Kreativität, die Gesellschaft der Singularitäten. 2019 der Leibniz-Preis; im selben Jahr das Illusionsbuch, das die Zeitung erreicht. Er schreibt weiter, zuletzt über den Verlust als Grundproblem der Moderne.

Wirkung

Reckwitz hat der Selbstgewissheit der Jahre vor 2016 die Typen entgegengesetzt, in denen die Spaltung lesbar wird: die weltläufige Hyperkultur gegen den Kulturessenzialismus, der Zugehörigkeit als Wesen fasst; akademische neue Mitte gegen prekäre Dienstleistung und ausdünnende alte Mitte; erschöpfte Selbstverwirklichung; ein Liberalismus, der Wirtschaft und Kultur wieder einfrieden soll. Das Vokabular ist in Feuilletons und Parteien eingedrungen, oft verdünnt. Nachbarschaft hat der Band zu Die Gesellschaft der Singularitäten und zu Oliver Nachtweys Abstiegsgesellschaft, der Reckwitz gleichzeitige Aufstiege entgegensetzt.

Armin Nassehi hat die Beschreibung gelobt und gefragt, worein sich der neue Liberalismus denn einbetten solle. Ulrich Bröckling vermisst die ökologische Krise. Die Klassenskizze hat eine Fachdebatte ausgelöst. Das Missverständnis der politischen Leser war, hier sei ein Fahrplan für Wahlkämpfe; das der soziologischen, Zeitdiagnose ersetze Gesellschaftstheorie. Geblieben ist die Schärfe der Typen – und die Glätte, mit der sie zur Formel werden.

Werke

In Auswahl außerdem: Die Gesellschaft der Singularitäten, Die Erfindung der Kreativität, Verlust.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.