Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Alraune |
| Autor(en): | Hanns Heinz Ewers |
| Originaltitel: | Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1911 |
| Schlagwörter: | Alraune, Experiment, Dekadenz, Vererbung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Grupello
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| Umfang dieser Ausgabe: | 355 Seiten |
| ISBN: | 9783928234092 |
| Verweise | |
Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens ist der 1911 erschienene Roman von Hanns Heinz Ewers. Der Düsseldorfer Geheimrat ten Brinken zeugt künstlich ein Mädchen aus dem Samen eines Hingerichteten und dem Leib einer Prostituierten, nach dem Aberglauben, unter dem Galgen wachse die Alraunenwurzel aus dem Samen des Gehenkten. Ewers, Okkultist, Reisender und Provokateur, hat den Schauerroman der Kaiserzeit mit dem Labor und mit der Dekadenz kurzgeschlossen. Bis 1922 waren über zweihunderttausend Exemplare verkauft. Das Buch ist der Mittelteil der Frank-Braun-Trilogie, nach Der Zauberlehrling und vor Vampir. Es bleibt Ewers' bekanntestes Werk, auch weil der Film es nicht losgelassen hat.
Inhalt
Frank Braun, Neffe und Abenteurer, besucht den Onkel, den Mediziner Jakob ten Brinken, auf dessen rheinischem Besitz. Beim Wein schlägt er das Experiment vor: Man nehme den Samen eines Lustmörders im Augenblick der Enthauptung und befruchte damit eine Frau, die ihren Leib verkauft; das Kind werde die lebendige Alraune sein, Glücksbringer und Unheil. In Hamburg finden sie Alma, zahlen sie aus, wohnen der Hinrichtung bei. Alma stirbt nach der Geburt oder wird fortgeschickt; das Mädchen Alraune ten Brinken wächst als Tochter des Geheimrats auf, mit Gouvernante, Garten und einem Gelächter, vor dem Tiere scheuen. Sie ist schön, ohne Wärme, und zieht Männer in den Ruin, als wäre Verfallenheit ein Naturgesetz. Der Onkel führt Buch über das Wesen, das er gemacht hat, und merkt zu spät, dass das Protokoll ihn selbst meint.
Alraune erfährt ihre Herkunft aus Papieren und Briefen. Fortan spielt sie mit dem Schöpfer. Sie nimmt sein Geld, seine Würde, seine letzte Zärtlichkeit; die Männer um sie her – Gutsbesitzer, Studenten, Verwalter – zerstören sich an ihr, und ten Brinken, der die Wissenschaft vor die Moral gestellt hat, hängt sich in den Garten, dort, wo die Sage den Galgen denkt. Frank Braun kehrt aus der Ferne zurück. Zwischen ihm und Alraune entsteht eine Bindung, die das Buch nicht Liebe nennt und nicht ganz verweigert: Er hat sie vorgeschlagen, sie erkennt in ihm den einzigen, der nicht nur Opfer ist. Die Beziehung ist körperlich und zerstörerisch; Ewers schreibt sie als Studie, nicht als Reiz.
Alraune verfällt. Die Erzählung legt ihr vampirische Züge zu, Auszehrung, nächtliche Unruhe, den Wunsch, ein Ende zu machen. Sie stürzt sich in den Tod. Was bleibt, ist kein geläuterter Frank Braun und keine widerlegte Wissenschaft, sondern die Frage, ob das Mädchen böse war oder ob die Männer, die ein Wesen ohne Seele bestellt hatten, in ihm nur ihre Bestellung wiederfanden. Der Roman führt die Alraunensage in die Moderne, ohne den Aberglauben aufzulösen: Das Labor ersetzt den Galgenhügel, die künstliche Befruchtung den Samen auf der Erde, das Ergebnis ist dasselbe Unheil. Ewers hat die erotischen Szenen der Zeit gemäß ausgestellt; sie dienen der These, dass Begehren hier keine Gemeinschaft stiftet, sondern Besitz und Schrecken.
Einordnung
Ewers stand zwischen Schauerroman, Okkultismus und früher Wissenschaftsangst. Alraune bedient den Voyeurismus der Kaiserzeit und ist zugleich eine kalte Erzählung über Vererbung, Züchtung und die Hybris, den Menschen herzustellen, ohne ihn zu begreifen. Frank Braun, Wiederkehrergestalt der Trilogie, ist Beobachter und Anstifter, ein Intellektueller, der das Experiment will und die Folgen nicht trägt. Zeitgenossen lasen Sensation; spätere Leser die Nähe zu Mary Shelleys künstlichem Menschen und zum dekadenten Kult der Verderberin, nur dass Alraune nicht verführt, weil sie will, sondern weil man sie so gebaut hat. Gustav Klimt malte in Ria Munk III eine Alraune; Maria Munk hatte sich 1911 „wegen H. H. Ewers“ das Leben genommen.
Die Verfilmungen sind Legion: Michael Curtiz 1918, Henrik Galeen 1928, Richard Oswald 1930, Arthur Maria Rabenalt 1952. Sie haben aus dem Buch oft eine Vampyrin mit Stummfilmblick gemacht und den Geheimrat zum Narren. Ewers selbst, später dem Nationalsozialismus zeitweilig nah und dann kaltgestellt, lastet auf der Nachwirkung; das Werk ist davon nicht gereinigt und nicht erledigt. Grupello in Düsseldorf, Ewers' Stadt, hat den Text wieder vorgelegt. Wer nach ihm über künstliche Zeugung und männliche Schöpfungsgier spricht, kommt an diesem Mädchen nicht vorbei: nicht als Lehre, sondern als der Fall, in dem das Labor den Aberglauben nicht widerlegt, sondern erfüllt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
