Hanns Heinz Ewers (1871–1943), in Düsseldorf geboren, hat dem Schauerroman der Kaiserzeit das Labor und die künstliche Zeugung gegeben. Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens zeugt aus Galgen Samen und Dirne ein Mädchen, das Glück und Verderben bringt; später lieferte derselbe Autor der NSDAP die Märtyrerlegende des Horst Wessel.
Leben
Jurist, Festungshaft nach einem Duell, dann Varieté, Weltreisen, Film: Der Umweg war die Verachtung des Kontors, aus der Frank Braun wurde, sein Spiegelbild in drei Romanen. 1913 Der Student von Prag, 1914 bis 1921 Amerika, Internierung, Heimkehr. 1931 trat er in die NSDAP ein, schrieb 1932 Horst Wessel. Ein deutsches Schicksal im Auftrag der Bewegung, die ihn bald selbst verwarf: 1934 fielen die Bücher dem Verbot anheim, weil Dekadenz und Straße nicht mehr passten. Er starb in Berlin an Schwindsucht.
Wirkung
Ewers hat Aberglauben und Züchtung kurzgeschlossen, bevor die Biologie das Wort eugenisch zum Programm machte. Ten Brinken will eine Alraune züchten; das Ergebnis ist kein Märchenwurz, sondern eine Frau, an der sich Begehren, Kapital und Angst abarbeiten. Das ist provokant und kalt, ein Erfolgsbuch der Vorkriegsjahre, das den Schauer in die Klinik holte. Die Filme haben Alraune zum Gesicht gemacht und den Zynismus oft ins Kostüm verlegt.
Die Nachwelt hat den Okkultisten behalten und den Parteiautor gerne abgetrennt. Beides ist derselbe Mann. Wer nur die Galgenwurzel will, hat den Horst-Wessel-Roman nicht gesehen; wer nur den Nationalsozialisten will, unterschlägt, dass die Partei ihn selbst auf die Verbotsliste setzte, als der Straßenkult der SA unbequem wurde. Alraune bleibt lesbar als Dokument einer Dekadenz, die das Leben im Reagenzglas suchte und die Politik danach auf der Straße.
Werke
In Auswahl außerdem: Der Zauberlehrling, Vampir, Der Student von Prag.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.