Alle Tage

Terézia Mora · 2004 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Alle Tage
Autor(en): Terézia Mora
Originaltitel: Alle Tage
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Sprache, Ankunft, Krieg, Berlin
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Luchterhand


Umfang dieser Ausgabe: 430 Seiten
ISBN: 9783630871875
Verweise


Alle Tage ist der Roman von Terézia Mora, 2004 bei Luchterhand erschienen. Abel Nema kommt aus einem Krieg, spricht zehn Sprachen und versteht den Alltag einer deutschen Stadt nicht. Der Büchnerpreis 2018 hat nachgetragen, was der Roman schon war: kein Integrationsbuch, eine Geschichte davon, wie Sprache den Menschen trägt und ihn verlässt.

Inhalt

Abel trifft in der fremden Stadt auf Omar, auf Frauen, auf Behörden, auf eine Sprache, die er als System sammelt und als Leben nicht kann. Mora erzählt in Blöcken, die Zeiten mischen: Kindheit, Krieg, Ankunft, der Körper, der nicht festlegt, ob Mann oder Frau die richtige Kategorie wäre. Die Stadt ist Berlin, ohne Touristenprospekt. Treppenhäuser, Deutschkurse, die Gewalt, die nachkommt, obwohl der Krieg woanders hieß.

Abel wird geschlagen, geliebt, verhört, als Fall geführt. Die Vielsprachigkeit, die ihn retten sollte, macht ihn verdächtig: Wer so viele Zungen hat, hat keine. Mora gibt den Sätzen einen Rhythmus, der an ihre Arbeit als Übersetzerin erinnert, ohne Zitat zu werden. Gegen die milde Erzählung vom Ankommen steht hier ein Held, der nicht Held sein will und den die Stadt trotzdem zum Symptom macht. Die Kapitel heißen nach Tagen und nach Zuständen; alle Tage sind zu viel.

Am Ende keine Heimkehr und keine Ankunft, die das Buch belohnen würde. Abel bleibt, beschädigt, in einer Sprache, die weitergeht. Mora hat das Material der Migration verdichtet, ohne Herkunftsfolklore. Sopron und der Krieg sind da, aber das Deutsche ist die Entscheidung und die Gefahr. Wer eine Lehre über Toleranz will, wird enttäuscht. Wer nur Berlin will, hat den Krieg nicht gehört, aus dem Abel kommt.

Einordnung

Mora hat 2004 den Berliner Roman der Ankunft geschrieben, der die Gattung gegen sich selbst wendet. Luchterhand bleibt das Haus. Neben Emine Sevgi Özdamars Kindheitsroman und Herta Müllers Banat steht Abel als der, für den Deutsch nicht Herkunft ist. Die Kritik hat das Buch gerühmt und oft auf „Migrantenliteratur“ reduziert, ein Wort, das der Roman nicht braucht. Nach Alle Tage ist die deutsche Gegenwartsprosa auch die Geschichte eines Menschen, der Sprachen sammelt, bis keine mehr gehört.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.