Terézia Mora, in Sopron geboren, hat der deutschen Gegenwart das Buch gegeben, in dem eine Sprache verloren geht und eine Person mit ihr. Alle Tage ist der Roman um Abel Nema, der Sprachen sammelt und keine Heimat findet; der Büchnerpreis 2018 hat nachgetragen, was der Roman von 2004 schon war.
Leben
Ungarn, deutschsprachige Minderheit, 1990 Berlin, Studium, Übersetzerin vor allem Péter Esterházys. Der Umweg war dieses Übersetzen: Wer fremde Sätze trägt, weiß, was eine Sprache mit einem Menschen macht. Romane, Erzählungen, das Tagebuch der Arbeit. Sie lebt in Berlin.
Wirkung
Mora hat den Berliner Roman der Ankunft geschrieben, ohne Integrationslehre. Abel kommt aus einem Krieg, spricht zehn Sprachen und versteht den Alltag nicht; das Geschlecht, der Körper, die Behörde greifen ineinander. Gegen die milde Migrationsprosa steht hier eine Härte der Form, die den Leser nicht entlässt. Die Übersetzung Esterházys hat sie als zweite Autorin ausgewiesen: Rhythmikerin, nicht Vermittlerin.
Die Aufnahme hat sie zwischen Ungarn und Berlin hin- und hergeschoben. Wer nur die Herkunft will, unterschlägt das Deutsche, in dem sie schreibt. Wer nur Berlin will, hat Sopron und den Krieg nicht gehört, aus dem Abel kommt. Neben Emine Sevgi Özdamar und Herta Müller steht sie als eine Stimme, für die Deutsch nicht Herkunft, sondern Entscheidung und Gefahr ist.
Werke
- Alle Tage (2004)
In Auswahl außerdem: Seltsame Materie, Der einzige Mann auf dem Kontinent, Das Ungeheuer.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.