Agnes Grey

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Agnes Grey
Autor(en): Anne Brontë
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie:
Erscheinungsjahr: 1847
Seitenanzahl: 256 Seiten
Originaltitel: Agnes Grey
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 315020593X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150205938
Schlagwörter: Gouvernante, Arbeit, Anstand, Pfarrhaus
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Agnes Grey ist der 1847 erschienene erste Roman von Anne Brontë, im selben Jahr wie die Jane Eyre der Schwester Charlotte und die Sturmhöhe der Schwester Emily, unter dem Namen Acton Bell. Eine Pfarrerstochter nimmt Stellung als Gouvernante und lernt, dass Bildung ohne Geld in fremden Häusern Dienst heißt. Anne hat selbst als Erzieherin gearbeitet; der Roman gilt als der nüchternste der drei Schwesternbücher jenes Jahres. Er erzählt keine wilde Leidenschaft und kein Irrenhaus, sondern den Alltag der abhängigen, gebildeten Frau. Genau darin liegt seine Schärfe.

Inhalt

Agnes Grey wächst in einem bescheidenen nordenglischen Pfarrhaus auf, geliebt, aber ohne Vermögen. Als der Vater durch eine unglückliche Geldanlage die Familie belastet, besteht Agnes darauf, selbst zu verdienen, statt nur zu sparen. Die erste Stelle bei den Bloomfields wird zur Demütigung: Die Kinder sind verzogen, die Eltern halten Strenge gegen die Gouvernante und Nachsicht gegen den Nachwuchs, ein Knabe foltert Tiere, und Agnes darf nicht strafen, was sie erziehen soll. Sie wird entlassen, ohne dass jemand ihre Leistung anerkennt. Der Roman zählt Mahlzeiten, Stundenpläne und Blicke, die den Stand festlegen.

Die zweite Stelle bei der Familie Murray auf einer größeren Besitzung ist glatter und kälter. Die älteren Töchter Rosalie und Matilda sollen gesellschaftsfähig gemacht werden; Agnes ist unsichtbar, sobald Gäste kommen, und nützlich, sobald Langeweile droht. Rosalie kokettiert, heiratet standesgemäß und unglücklich, und benutzt Agnes als Zeugin ihrer Eitelkeit, nicht als Freundin. Matilda reitet und flucht, die Mutter rechnet in Einladungen, der Vater bleibt fern. In der Pfarrei begegnet Agnes dem Hilfsgeistlichen Edward Weston, der Arme ernst nimmt und Hunde nicht tritt. Die Murrays werten ihn ab, weil er kein Schmuck für den Salon ist; Agnes findet in ihm den einzigen Menschen, der sie als Gegenüber sieht. Brontë lässt die Zuneigung langsam wachsen, ohne Ball und ohne Flucht in die Nacht, dafür mit Spaziergängen, auf denen ein Blick mehr gilt als eine Erbschaft.

Agnes kehrt nach dem Tod des Vaters zur Mutter zurück, eröffnet mit ihr eine kleine Schule am Meer und trifft Weston wieder, der eine Pfarrei in der Nähe erhalten hat. Sie heiraten. Der versöhnliche Schluss ist verdient und knapp: keine Erbschaft, die alles löst, kein Gut, das den Stand hebt, sondern Arbeit, die zu zweit tragbarer wird. Agnes bleibt Ich-Erzählerin, nüchtern, manchmal herb, ohne die Rhetorik Jane Eyres. Die Kinder und Herrschaften der beiden Häuser sind das eigentliche Tableau: wer Macht über Abhängige hat, zeigt sie am Esstisch.

Einordnung

Anne Brontë hat den Gouvernantenroman geschrieben, den die Schwestern leben kannten, ohne ihn zur Fantasie der Herrenliebe zu steigern. Gegen Jane Eyre, in der eine Erzieherin ihr Recht behauptet und den Herrn heiratet, bleibt Agnes im Dienstverhältnis sichtbar: Sie liebt einen Geistlichen ihresgleichen, nicht den Hausherrn. Gegen Sturmhöhe ist der Ton fast trocken; die Gewalt steckt in der Verwöhnung der Kinder und in der Höflichkeit, die Agnes zum Möbel macht. Zeitgenossen fanden das Buch blass; spätere Leserinnen haben darin die genaue Ökonomie weiblicher Arbeit erkannt.

Die Herrin von Wildfell Hall, Annes zweiter Roman, ist dunkler und wurde öfter verboten; Agnes Grey blieb im Schatten der berühmteren Schwesternbücher. Erst die neueren Klassikerinnen-Ausgaben haben es wieder neben Charlotte und Emily gelegt. Wer Anne nur als die dritte Brontë führt, verfehlt die Autorin, die den Lohn, die Kinderquälerei und den Pfarrhaushalt ohne Erhabenheit erzählt. Der Roman ist kurz und hat trotzdem mehr Dienstverhältnisse als Liebeserklärungen. Nach diesem Buch ist die Gouvernante keine Vorstufe zur Herrin, sondern ein Beruf, in dem man sich verlieren oder behaupten kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.