Aeneis
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Aeneis |
| Autor(en): | Vergil |
| Originaltitel: | Aeneis |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | 19 v. Chr. |
| Schlagwörter: | Gründung, Rom, Pflicht, Flucht |
| Sachgebiete: | Versepos |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1056 Seiten |
| ISBN: | 9783150189184 |
| Verweise | |
Die Aeneis ist das römische Gründungsepos von Vergil, in zwölf Büchern, unvollendet bei seinem Tod 19 vor Christus. Aeneas führt die Reste Trojas nach Italien; was als Flucht beginnt, soll Ursprung werden. Die angegebene Ausgabe fasst die zweisprachige Prosaübertragung von Edith und Gerhard Binder in einem Band.
Inhalt
Aeneas flieht aus dem brennenden Troja, den Vater auf den Schultern, den Sohn an der Hand, die Götterbilder im Gepäck. Juno hasst die Flüchtlinge, weil aus ihrem Blut Rom entstehen und Karthago fallen soll; Stürme, Irrfahrten, der Tod des Vaters auf Sizilien halten die Landung auf. In Karthago wird Dido die Geliebte und die Königin, die eine Stadt baut. Merkur mahnt; Aeneas gehorcht dem Auftrag, nicht dem Wunsch, und sticht ab. Dido tötet sich auf dem Scheiterhaufen, und der Rauch folgt den Schiffen. Die Unterwelt des sechsten Buchs zeigt dem Sohn die Schatten, die Zukunft Roms und den Preis: den Vater, die ungeborenen Helden, Dido, die sich abwendet. Pflicht heißt hier pietas: Frömmigkeit gegen Götter, Vater und Auftrag, auch wo sie die Lebenden verlässt.
In Latium wirbt Aeneas um Lavinia, die einem anderen versprochen ist. Der Krieg gegen Turnus und die italischen Völker füllt die zweite Werkhälfte, bewusst gegen die Ilias gesetzt: nicht der Zorn eines Helden um die Beute, die Schlacht um eine Ansiedlung, die schon Einwohner hat. Evander, der arkadische Gastfreund am Palatin, Pallas, der fällt, Camilla, die reiterkundige Kämpferin der Volsker, die Götter, die wieder Partei nehmen – Vergil füllt das italische Land mit Namen, die Rom später als seine Vorwelt lesen soll. Aeneas tötet Turnus am Schluss, als er am Gürtel des Pallas die Rache sieht. Das Epos endet mit diesem Stoß, ohne Hochzeit, ohne Stadtgründung im Frieden. Augustus sollte in Aeneas den frommen Ahnen erkennen; der Getötete bleibt im letzten Vers liegen.
Unfertig ist das Werk in Versen, die Vergil noch glätten wollte, und in der offenen Frage, ob der Schluss Versöhnung oder bloße Gewalt meint. Die Schildbeschreibung zeigt Actium und Augustus als Ziel der Geschichte; die Tränen, von denen das erste Buch sagt, sie seien in dieser Welt, widersprechen dem Programm, ohne es aufzuheben. Die Götter sind römischer als bei Homer: Sie dienen einem Fatum, das Rom will. Aeneas zweifelt, weint, gehorcht dennoch. Wer ihn nur als Statthalter des Augustus liest, unterschlägt Dido und den Vater. Wer ihn nur als Melancholiker rettet, unterschlägt, dass das Epos ein Imperium mit Ursprung versorgen sollte.
Einordnung
Vergil hat Homers zwei Epen in eines gezwungen: Irrfahrt und Krieg, Odyssee und Ilias, unter dem Vorzeichen der Gründung. Das Abendland hat Latein an diesen Versen gelernt; Dante nahm Vergil zum Führer durch die Hölle der Göttlichen Komödie, weil kein Heide näher am Heil zu stehen schien. Die Neuzeit schwankt zwischen Hofdichtung und Trauerarbeit. Die historisch-kritische Lesart sieht Auftrag und Augusteisches Programm; eine andere sieht in Turnus' Tod den Satz, dass kein Reich ohne Leiche entsteht. Beide treffen das Buch. Wer nach Vergil über Ursprung und Imperium spricht, spricht hinter der Aeneis – hinter einem Helden, der ankommt, indem er lässt, und hinter einem Gedicht, das den Frieden verspricht und mit einem Toten endet.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
