Abschied
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Abschied |
| Autor(en): | Sebastian Haffner |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Hanser |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2025 |
| Seitenanzahl: | 192 Seiten |
| Originaltitel: | Abschied |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3446284826 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783446284821 |
| Schlagwörter: | Paris, Liebe, Weimar, Abreise |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Abschied ist der 1932 geschriebene, 2025 bei Hanser aus dem Nachlass erschienene Roman von Sebastian Haffner, mit einem Nachwort von Volker Weidermann. Ein junger Deutscher verbringt letzte Tage in Paris bei einer Frau, die dort lebt, und muss heim, ins Reich, das schon dunkelt, während die Stadt noch leicht ist. Haffner hieß damals Raimund Pretzel wie sein Erzähler; Teddy hieß Gertrude und wanderte weiter. Das Manuskript entstand in fünf Wochen im Oktober und November 1932, auf der Schwelle, und blieb ungedruckt, weil die Zeit danach keine leichte Liebesgeschichte mehr ertrug. Nun ist es da, schmal, schnell, und zeigt eine Helligkeit, die unser Bild der frühen dreißiger Jahre oft auslässt. Haffner wurde der Historiker und Publizist der Geschichte eines Deutschen und der Anmerkungen zu Hitler; dieser Band ist der Roman davor, nicht die Analyse danach.
Inhalt
Raimund ist für wenige Tage aus Deutschland nach Paris gekommen, wo Teddy lebt, österreichisch, geistreich, umschwärmt von Männern, die in der Stadt gestrandet sind: ein Engländer, andere Herren der Bohème, die Zeit und Geld haben. Raimund ist verliebt in einem Maß, das ihm selbst ungeheuer ist, und zählt die Stunden bis zur Abreise. Die Stadt gibt Cafés, Ufer, Nächte, in denen die Politik Deutschlands noch wie ein dumpfes Gerücht wirkt. Teddy liebt ihn, ohne sich festzulegen; sie hat Paris gewählt, er muss zurück an den Referendardienst, an die Familie, an ein Land, das er dumpf nennt, ohne es schon beim späteren Namen zu nennen. Die Rivalen um Teddy sind höflich und gefährlich, weil sie bleiben dürfen.
Haffner erzählt in einem Ton, der witzig ist und die Panik unter der Witzigkeit nicht versteckt. Raimund will die französische Freiheit mit Teddy genießen, als ließe sich die Zukunft aufhalten, wenn man nur genau genug hinsieht. Gespräche über Herkunft, Geld, Eifersucht, den Körper, die Abreise füllen die Tage. Paris ist keine Kulisse der Sehenswürdigkeiten; es ist die Probe auf ein Leben, das Deutschland ihm nicht zu gestatten scheint. Teddy bleibt beweglich, Raimund wird fest, weil der Zugtermin fest ist. Der Roman braucht keinen großen Verrat. Er braucht den Kalender.
Der Abschied, den der Titel nennt, ist der vom Glück und der von einer Stadt, die noch nicht weiß, was sie bald an Flüchtlingen aufnehmen wird. Raimund fährt. Teddy bleibt. Was aus ihnen wird, steht nicht im Roman; es steht in den Briefen des späteren Haffner und im Nachlass Teddys, die Weidermann andeutet. Der Text von 1932 kennt den 30. Januar noch nicht als vollendete Tatsache, aber er kennt die Schwüle. Deshalb wirkt er nicht naiv. Er wirkt genau in dem, was er noch feiern darf: Weltläufigkeit, Liebe, Überschwang, bevor beides zur Schuld oder zur Erinnerung wird. Das Buch endet, wenn der Aufenthalt endet, ohne Epilog aus dem Exil.
Einordnung
Haffner hat den Roman nicht veröffentlicht, weder im Reich noch später in England, und man versteht beides: Zu leicht hätte der Text nach 1933 als Frivolität gegolten, zu nah war er der eigenen Haut, um ihn als Dokument zu nutzen. 2025 macht gerade diese Unveröffentlichtheit seine Kraft aus. Neben der Geschichte eines Deutschen, die denselben Mann als Zeugen der Jahre 1914 bis 1933 zeigt, steht Abschied als die andere Stimme: nicht die Analyse des Hasses, sondern die Erfahrung, dass es noch Café und Kuss gab, während zu Hause schon die Dumpfheit regierte. Weidermanns Nachwort und die zeitgleiche Berichterstattung haben das Buch als Entdeckung gefeiert; es trägt die Feier, weil es kurz ist und nichts nachträgt, was der Autor 1932 nicht wissen konnte.
Als Roman der Weimarer Endzeit gehört er zu Erich Kästner und zu den leichten, genauen Prosaisten, die das Unglück kommen sahen und trotzdem den Satzbau der Freiheit übten. Hanser gibt den Band gebunden; das Taschenbuch folgt. Wer Haffner nur als Hitler-Erklärer kennt, findet hier den Juristen, der lieber in Paris geblieben wäre. Der Titel ist ohne Pathos. Er meint den Bahnhof, nicht die Epoche, und trifft die Epoche trotzdem.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
