Über die Winde

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Theophrastos von Eresos · -300 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Über die Winde
Autor(en): Theophrastos von Eresos
Originaltitel: Περὶ ἀνέμων
Originalsprache: griechisch
Erstveröffentlichung:
Schlagwörter: Wind, Wetter, Naturkunde, Ursache
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: de Gruyter
Serie: Sammlung Tusculum
Umfang dieser Ausgabe: 250 Seiten
ISBN: 9783110744033
Verweise
Umschlag

Über die Winde (griechisch Peri anemon, lateinisch De ventis) ist die naturkundliche Schrift des Theophrastos von Eresos über Eigenschaften und Wirkungen der Winde. Sie gehört zu den kleinen physikalischen Abhandlungen des Peripatos und setzt eine frühere Vorlesung über die Natur des Windes voraus, ohne sie zu wiederholen. Dennoch widerspricht Theophrast hier seinem Lehrer Aristoteles in der Ursache: Durch die Wirkung der Sonne werde die Luft nach außen gedrängt. Die zweisprachige Tusculum-Ausgabe Wind und Wetter von Kai Brodersen bei de Gruyter hat den Text 2022 wieder greifbar gemacht. Rund zehn griechische Handschriften gehen auf einen Codex des dreizehnten Jahrhunderts zurück.

Inhalt

Theophrast schreibt gegen eine bloße Namensliste der Winde und gegen die aristotelische Meteorologie, wo er sie für unzureichend hält. Gegenstand sind nicht zuerst das Wesen des Windes, sondern Verhalten, Herkunft und lokale Wirkung. Allgemein gilt, dass Winde am Entstehungsort sonnig und im weiteren Verlauf regnerisch seien; gegen ein Gebirge wehend bringen sie Regen. Beobachtungen von Bauern, Seefahrern und Reisenden treten neben die Schulmeinung. In sechsundzwanzig der zweiundsechzig Kapitel finden sich Bezüge zu den Meteorologica des Aristoteles; die Schrift steht in der Tradition und biegt sie. Der Ton ist der des Lykeion: nüchtern, vergleichend, bereit, Hörensagen als solches zu kennzeichnen.

Die Behauptung entfaltet sich an einzelnen Winden, darunter die Etesien und der Boreas. Jeder Fall soll ein allgemeines Gesetz sichtbar machen, ohne die örtliche Abweichung zu leugnen. Besonders aufschlussreich ist die Nachricht, die Kreter erzählten, die Winter seien härter geworden und einst seien ihre Berge bewohnt und bebaut gewesen: das trifft sich mit einer um 500 v. Chr. beobachteten Klimaverschlechterung in Europa. Naturkunde wird hier zur Sammlung von Zeichen, die Seeleute und Landleute brauchen. Theophrast verbindet die Physik der bewegten Luft mit der Erfahrung der Küsten. Neben der Historia plantarum zeigt die kleine Schrift denselben Willen, Dinge zu unterscheiden, statt sie in das Schema des Tieres oder der reinen Spekulation zu zwingen.

Unsicher bleibt die Abgrenzung zur verlorenen Vorlesung über das Wesen des Windes und die Abhängigkeit von aristotelischen Kapiteln, die später die Problemata Physica ausführlich zitieren. Seneca nahm theophrastisches Gut in die Naturales quaestiones auf, vielleicht über Poseidonios, nicht aus erster Hand. Friedrich Wimmer gab den griechisch-lateinischen Text in der Gesamtausgabe; Victor Coutant und Val Eichenlaub edierten De ventis 1975 englisch. Die Gegenposition ist jede Meteorologie, die nur Ursache sucht und die Winde nicht als lokale Wesen mit Namen und Sitten behandelt. Peter Steinmetz hat die Physik Theophrasts als eigene Leistung gegen die bloße Schülerschaft gelesen.

Einordnung

Die Nachwirkung ist stiller als die der Pflanzenbücher und stetig: von den aristotelischen Problemata über Seneca bis zu den mittelalterlichen Corpora, in denen Theophrast neben Aristoteles steht. Walter Burnikel hat die Textgeschichte der Opuscula geklärt; Brodersens Tusculum-Band stellt Wind und Wetter in die Reihe greifbarer Zweisprachigkeit. Nachbarschaft hat die Schrift zur peripatetischen Naturlehre und zur praktischen Kenntnis der Seefahrt. Sie ist kein System der Atmosphäre, sondern eine Phänomenologie der Ströme.

Das Missverständnis ist, hier eine Meteorologie im neuzeitlichen Sinn oder nur einen Anhang zu Aristoteles zu erwarten. Theophrast beobachtet, ordnet und widerspricht im Einzelnen. Geblieben ist die Sonne als Motor der Luft und die Achtung vor dem Wissen derer, die bei Wind leben. Wer die Physik des Peripatos jenseits der Metaphysik sucht, findet in dieser kleinen Schrift den Schüler, der am Wetter selbständig wird.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.