Autor:Rudolf Hilferding
Rudolf Hilferding (1877–1941), in Wien geboren, marxistischer Ökonom und zweimal Reichsfinanzminister, hat Bank, Aktie und Monopol zur Phase des Kapitalismus erklärt. Das Finanzkapital von 1910 wurde von Karl Kautsky den vierten Band des Kapitals genannt; Wladimir Iljitsch Lenin stützte darauf die Imperialismusschrift.
Leben
Jüdische Kaufmannsfamilie, Medizin in Wien, Kinderarzt ohne Eifer, dann Berlin: Lehrer der SPD, Redakteur des Vorwärts. Der Umweg ist 1910: Die Studie über das Finanzkapital machte den Arzt zum Theoretiker der Internationale. Kriegsgegner, USPD, Wiedervereinigung mit der SPD, 1923 und 1928/29 Finanzminister in der Inflation und vor der Weltwirtschaftskrise. 1933 Flucht, Zürich, Paris; das Vichy-Regime lieferte ihn 1941 an die Gestapo aus. Er starb in der Haft in Paris; die Todesursache blieb unklar. Die erste Frau Margarete wurde 1942 in Theresienstadt ermordet.
Wirkung
Hilferding hat den Begriff des Finanzkapitals gesetzt: Bankkapital, das sich in industrielles verwandelt, Kartell und Trust, Kapitalexport, der Staat als Hebel. Die freie Konkurrenz weicht der Organisation. Lenin übernahm Konzentration und Export und wendete sie auf den Krieg; die These vom staatsmonopolistischen Kapitalismus hat hier einen Ursprung.
Kanonisiert wurde der Vorläufer Lenins, oft zu Unrecht nur als solcher. Hilferding stand im marxistischen Zentrum der SPD, verteidigte Karl Marx gegen Eugen von Böhm-Bawerk und in der Krise die Sparpolitik Brünings. Wer ihn nur als Bankentheoretiker liest, unterschlägt den Minister, der die Mark nicht halten konnte. Wer nur den Politiker sieht, unterschlägt das Buch von 1910, ohne das die Imperialismusdebatte der Internationale anders verlaufen wäre.
Werke
- Das Finanzkapital (1910)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.