Autor:Michael Ondaatje

1943

Michael Ondaatje (geb. 1943), in Colombo geboren und in Kanada lebend, hat den Kriegsroman von der Front weg in die Rekonvaleszenz verlegt. Der englische Patient versammelt 1992 in einer zerschossenen Villa bei Florenz vier Menschen, deren Nation ein Missverständnis ist; der Booker-Preis und später der Film haben das Buch kanonisiert, oft auf Kosten der stilleren Figuren.

Leben

Burgherfamilie auf Ceylon, Schule in England, dann Kanada, zuerst die Gedichte: Der Umweg über die Lyrik erklärt die Sprünge, Listen und Bilder, aus denen der Roman gewebt ist, nicht die Chronik. Frühe Romane, danach der Verbrannte in der Villa, später Anils Geist und der Nachkrieg als Nachhall. Er lebt in Toronto. Geblieben ist der Erzähler, der Herodot, Minen und Pflege in ein Gewebe legt, in dem niemand die Stimme der Wahrheit allein besitzt.

Wirkung

Ondaatje hat die Nation, für die gekämpft wurde, als Lüge der Pflege entlarvt: Der Patient ist kein Engländer, Kip entschärft Bomben eines Reiches, das dieselben Bomben auf Japan wirft. Anthony Minghellas Film von 1996 hat Katharine und Almásy zum Paar der Wüste gemacht und Kip stark verkürzt; wer nur den Film kennt, kennt die halbe Villa. Der Booker und die spätere Auszeichnung als bester Booker der ersten fünfzig Jahre haben den Roman festgesetzt, ohne die Kritik zu löschen: zu schön, zu männlich in der Wüstenliebe.

Hanser hat den deutschen Text gehalten. Neben den Kriegsbüchern der neunziger Jahre steht der Band als lyrische Montage, näher bei der Erinnerungsprosa als bei der Schlachtordnung. Wer nach Ondaatje über Wüste, Mine und Pflege spricht, spricht hinter diesem Buch. Die Brücke zwischen den Toten und den Lebenden ist hier nicht die Liebe als Sinn, sondern die Arbeit der Hände an einem Körper, der keinen Namen haben darf, damit man ihn halten kann.

Werke

In Auswahl außerdem: Anils Geist, Divisadero, Kriegslicht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.