Autor:Marilyn Strathern

1941

Marilyn Strathern (geb. 1941), in Nordwales geboren, hat Geschlecht und Gabe von westlichen Gegensätzen von Individuum und Gesellschaft gelöst. Das Geschlecht der Gabe von 1988, im Original The Gender of the Gift, stützt sich auf Jahrzehnte der Forschung bei den Hagen im Hochland von Papua-Neuguinea und gilt als eines der sperrigsten und wirksamsten Bücher der neueren Ethnologie.

Leben

Tochter eines Lehrerehepaars, Studium der Archäologie und Anthropologie am Girton College in Cambridge, Promotion 1968, Heirat mit dem Anthropologen Andrew Strathern, drei Kinder, später geschieden. Der Umweg ist Hagen: Feldforschung ab den frühen sechziger Jahren, zuerst Women in Between (1972), dann die Revision eben dieser Sätze im großen Buch von 1988. Lehre in Canberra, Berkeley, Manchester; von 1993 bis 2008 William-Wyse-Professur in Cambridge, zugleich Vorsteherin von Girton. Später wandte sie denselben Blick auf englische Verwandtschaft, Fortpflanzungstechnik und Prüfungswesen.

Wirkung

Strathern hat die Person in Melanesien als dividuell beschrieben: zusammengesetzt aus Beziehungen, nicht deren Ursprung. Geschlecht ist danach keine Eigenschaft, die man besitzt, sondern eine Wirkung, die Gaben, Rituale und Arbeit entfalten. Damit durchkreuzt sie feministische und marxistische Lesarten, die Melanesien in ein westliches Problem mit Frauen und Gesellschaft verwandeln, und ehrt zugleich Marcel Mauss’ Schrift Die Gabe, indem sie deren These verschiebt. Der Titel ist Programm: Die Gabe hat ein Geschlecht, weil Tausch Beziehungen männlich oder weiblich macht, nicht weil Dinge es »sind«.

Die Aufnahme war Ehrfurcht und Klage über die Schwere. Eine deutsche Ausgabe fehlt; die kalifornische Originalfassung hat den umständlichen Atem bewahrt. Wer Strathern nur als Melanesien-Spezialistin liest, unterschlägt After Nature und die Kritik der Prüfungskulturen, in denen derselbe Blick den Westen trifft. Wer nur die Theorie der Beziehung rettet, unterschlägt die Ethnographie, ohne die die Abstraktion leer liefe. Der Balzan-Preis von 2018 hat eine Autorin ausgezeichnet, die Kategorien nicht anwendet, sondern ihnen die Felder nimmt, in denen sie selbstverständlich schienen.

Werke

In Auswahl außerdem: Women in Between, After Nature, Relations.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.