Autor:Maimonides
Maimonides (zwischen 1135 und 1138–1204), in Córdoba geboren, hat jüdisches Gesetz und aristotelische Philosophie so aneinandergezwungen, dass Unschlüssigkeit nicht Schwäche, sondern der Ausgangspunkt des Denkens wurde. Der Führer der Unschlüssigen, um 1190 auf Judäo-Arabisch für einen Schüler geschrieben, bleibt das Buch, an dem sich die Frage misst, ob die Schrift wörtlich oder als Bild zu lesen sei.
Leben
Aus angesehener Familie, vom Vater in der Lehre, von arabischen Lehrern in Antike und Naturwissenschaft unterwiesen. Der Umweg ist die Flucht: 1148 zwangen die Almohaden zur Taufe oder zur Auswanderung; die Familie ging über Jahre der Unstetigkeit nach Fès, Jerusalem, Alexandria und blieb in Fustat bei Kairo. Nach dem Tod des Bruders, der als Juwelenhändler die Familie ernährt hatte, wurde Maimonides Arzt, später Leibarzt im Umkreis Saladins, und Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Den Führer sandte er kapitelweise an Joseph ibn Scham'un. Er starb in Kairo und wurde in Tiberias begraben.
Wirkung
Maimonides hat der negativen Theologie eine jüdische Form gegeben: Von Gott lässt sich wahrhaft nur sagen, was er nicht ist; anthropomorphe Reden der Tora sind Bilder für den philosophisch Ungeschulten, Allegorie für den, der Logik und Metaphysik durchlaufen hat. Daneben steht die Mischne Tora, die das Gesetz in vierzehn Büchern ordnet, hebräisch, ohne den arabischen Umweg. Thomas von Aquin hat gegen die Radikalität der Verneinung die Analogie gesetzt; Albertus Magnus, Meister Eckhart, Nikolaus von Kues lasen wohlwollender. Der Streit um beide Hauptwerke, der Maimonidesstreit, hat Gemeinden gespalten.
Die Neuzeit hat ihn zum Kronzeugen der Aufklärung gemacht, von Moses Mendelssohn und Salomon Maimon bis Hermann Cohen und Leo Strauss, der einen versteckten radikaleren Sinn vermutete. Wer Maimonides nur als Harmonisten von Glauben und Vernunft liest, unterschlägt, dass er den Konflikt nicht auflöst, sondern staffelt: für die Menge der Buchstabe, für den Schüler die Negation. Wer nur den Philosophen rettet, unterschlägt den Arzt und den Rechtslehrer, ohne die der Führer ein Traktat ohne Gemeinde wäre. Die dreizehn Glaubensartikel sind in den Gebetbüchern gelandet; das philosophische Buch blieb esoterisch, wie es angelegt war.
Werke
- Führer der Unschlüssigen (1190)
In Auswahl außerdem: Mischne Tora, der Mischna-Kommentar Kitāb al-Sirāj.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.