Autor:Luise Adelgunde Victorie Gottsched

1713 1762
Schriftstellerin · Literatur · 18. Jahrhundert
Literatur


Luise Adelgunde Victorie Gottsched, in Danzig geboren, hat der frühen deutschen Aufklärung die Komödie gegeben, die den Pietismus als Hausmacht der Heuchelei spielt. Die Pietisterey im Fischbein-Rocke ist ihr erstes öffentliches Stück, 1736 erschienen: gelernt bei den Franzosen, gesetzt gegen Leipzigs Fromme.

Leben

Tochter eines Danziger Arztes, früh gelehrt, 1735 die Ehe mit Johann Christoph Gottsched in Leipzig, Übersetzungen, Kritik, eigene Stücke, die oft unter dem Schatten des Gatten liefen. Der Umweg war diese Werkstatt: Sie war Mitarbeiterin, nicht Muse, und die Komödie gegen die Pietistinnen kam, bevor die Ehe die Autorschaft verdunkelte. Sie starb 1762 in Leipzig, zweiundvierzig Jahre vor Lessings Minna, und hatte die sächsische Typenkomödie schon geöffnet.

Wirkung

Die Gottschedin hat das regelmäßige Lustspiel auf Deutsch vorgeführt, als die Bühne noch zwischen Haupt- und Staatsaktion und französischer Regel schwankte. Die Pietisterey greift das Konventikel an, nicht den Glauben schlechthin: Namen wie Scheinfromm tragen die Satire, Frauenfiguren tragen die Handlung. Gegen den späteren Sturm und Drang, der Regeln zerschlagen wollte, steht hier die Aufklärung, die Regeln brauchte, um die Heuchelei zu treffen.

Die Literaturgeschichte hat sie lange als Anhängsel des Gatten geführt. Wer nur Gottscheds Sprachreform will, unterschlägt die Stücke der Frau, die übersetzte, stritt und lachte. Lessing hat das regelmäßige Theater weitergetrieben und die Gottscheds bald als überholt behandelt; ohne diese Vorarbeit wäre die deutsche Komödie ärmer. Die Pietisterey bleibt das Buch, in dem eine Autorin des achtzehnten Jahrhunderts die Frommen auf die Bühne schickte, bevor man Autorinnen dort erwartete.

Werke

In Auswahl außerdem: Das Testament, Herr Witzling, Übersetzungen aus dem Französischen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.