Autor:Luc Boltanski

1940
Soziologe · Gesellschaft · Wirtschaft · 20. Jahrhundert
GesellschaftWirtschaft


Luc Boltanski, in Paris geboren, hat die Soziologie nach Bourdieu um die Rechtfertigung gedreht: nicht nur Habitus und Feld, sondern die Gründe, die Menschen öffentlich geben, wenn sie Ungleichheit ertragen oder angreifen. Mit Ève Chiapello schrieb er Der neue Geist des Kapitalismus, das Buch, mit dem deutsche Seminare um 2010 die neue Arbeit lasen.

Leben

Paris, die Nähe zu Pierre Bourdieu, dann der Bruch. Der Umweg ist diese Trennung: Wer gelernt hat, Distinktion zu messen, will später wissen, welche moralischen Grammatiken eine Ordnung tragen, ohne dass man sie für Natur halten muss. EHESS, die pragmatische Soziologie der Kritik, die Arbeit mit Laurent Thévenot über Rechtfertigungsordnungen. Er lebt in Frankreich.

Wirkung

Boltanski hat der Kritik ein zweites Auge gegeben. Bourdieu zeigte, wie Geschmack Herrschaft ist; Boltanski fragt, wie Akteure selbst gerecht und ungerecht unterscheiden, und wie der Kapitalismus diese Unterscheidungen einsaugt. Der neue Geist ist keine Gesinnung der Bosheit, sondern eine Rechtfertigung, die Projekt, Netzwerk und Autonomie als Tugenden ausgibt und Unsicherheit dabei zur Bewährung macht.

Die Nachwelt hat ihn zum Kronzeugen gegen den Neoliberalismus gemacht, oft ohne die Rechtfertigungstheorie. Wer nur den Geist des Kapitalismus zitiert, unterschlägt die Soziologie der Kritik, die das Buch trägt. Wer nur Bourdieu hält, unterschlägt, dass nach 1999 ein anderer französischer Weg in die deutschen Hauptseminare gefunden hat: nicht Feld allein, sondern Projekt.

Werke

In Auswahl außerdem: Über die Rechtfertigung, Rätsel und Komplotte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.