Autor:Leo Perutz

1882 1957

Leo Perutz (1882–1957), in Prag geboren, hat dem historischen Roman den Traum gegeben, in dem Kaiser und Judenstadt dieselbe Nacht teilen. Nachts unter der steinernen Brücke bindet unter der Karlsbrücke Rosenstock und Rosmarin, damit eine verbotene Liebe nur im Schlaf stattfinde.

Leben

Mathematiker und Versicherungsbeamter in Wien, Romane, die Rechnung und Spuk nicht trennen. Der Umweg war das Exil: 1938 Palästina, Tel Aviv, während Prag und Wien die Welt zerstörten, aus der seine Figuren stammten. Zsolnay stellte das Manuskript als zu jüdisch zurück; 1953 erschien es in Frankfurt. Perutz starb in Bad Ischl, auf einem Besuch im Land, das ihn vertrieben hatte.

Wirkung

Perutz hat Legende und Historie nicht getrennt. Rudolf II., Esther, Rabbi Löw, der heimliche Schatzmeister Meisl: vierzehn Erzählungen greifen ineinander, ohne dass eine Figur das Ganze übersähe. Die Sünde fordert Kinderleben, der Rabbi reißt den Rosmarin aus, Esther stirbt, der Kaiser fährt mit einem Schrei aus dem Bett. Mathematik sitzt in der Konstruktion, nicht als Lehre, sondern als Netz, das Zufall und Schuld zusammenzieht. Es ist sein bekanntestes Buch, gerade weil es die zerstörte Judenstadt als Traum bewahrt.

Lange galt er als Unterhalter mit Prager Kolorit; die spätere Kritik hat die Genauigkeit der Montage zurückgeholt. Wer Perutz nur als Magier des Unheimlichen liest, unterschlägt die Rechnung, die Meisl und der Hof miteinander führen. Wer nur das Historienbuch will, trifft Geister in der Altneuschul und einen Kaiser, der aus der Traumerinnerung ein Gesicht zeichnet. Im deutschen Exilroman steht er neben den Zeitzeugen, ohne Reportage zu schreiben: Er erzählt, was verloren ging, als wäre es noch Nacht unter der Brücke.

Werke

In Auswahl außerdem: Der Meister des Jüngsten Tages, Zwischen neun und neun, Der schwedische Reiter.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.