Autor:Jürg Willi
Jürg Willi (1934–2019), in Zürich geboren, hat die Paarbeziehung als gemeinsamen Lebensraum beschrieben, nicht als Jagd nach dauerndem Glück. Was hält Paare zusammen? von 1991 fragt, warum Gemeinschaften über den Punkt hinaus dauern, an dem niemand sie mehr rundum glücklich nennt. Willi gilt als Pionier der Paartherapie im deutschen Sprachraum.
Leben
Sohn des Kinderarztes Heinrich Willi, Medizin, Lehranalyse bei Medard Boss, Psychoanalytiker. Der Umweg ist 1965: als einer der ersten im deutschen Sprachraum führte er Paartherapien durch und wertete sie aus, statt nur das Individuum zu deuten. Kollusion, Ko-Evolution, persönliche Nische, ökologische Psychotherapie: die Begriffe stammen aus dieser Praxis. Bis 1999 leitete er die Psychiatrische Poliklinik am Universitätsspital Zürich, danach das Institut für ökologisch-systemische Therapie. Er war mit der Künstlerin Margaretha Dubach verheiratet, starb an Parkinson in Zürich.
Wirkung
Willi hat gegen die Überbewertung des Glücks und gegen eine Liebe geschrieben, die nur dem eigenen Wohl dienen soll. Die Ursehnsucht nach Behausung sei Grundbedingung, nicht romantischer Zusatz; der Alltag aus Wohnung, Dingen und Gewohnheiten der Rahmen, in dem Partner autonom und bezogen leben. Ko-Evolution heißt: Die Persönlichkeiten antworten einander, stützen und begrenzen sich. Scheidung bleibt rationale Lösung einer schlechten Ehe; der Bruch ist trotzdem Einschnitt für Kinder und Umfeld. Neben Erich Fromms Die Kunst des Liebens steht das Buch als Anthropologie der Dauer, nicht als Hymne auf die Wahl.
Kritikerinnen nannten die Vernachlässigung anderer Lebensformen und der sexuellen Unzufriedenheit in langen Ehen; der ökologische Ansatz sei alter Wein in neuen Schläuchen. Die öffentliche Rede hat Geborgenheit und Gerechtigkeitsbalance übernommen, oft ohne den materiellen Rahmen. Wer Willi nur als Glücksratgeber liest, unterschlägt, dass er die postglückliche Gemeinschaft ernst nimmt, ohne sie zu verklären. Wer ihn nur als Eheverteidiger liest, unterschlägt die Nüchternheit, mit der er den Bruch zulässt. Zusammenhalt folgt weniger aus Intensität als aus einer gemeinsam gebauten Welt.
Werke
- Was hält Paare zusammen? (1991)
In Auswahl außerdem: Die Zweierbeziehung, Therapie der Zweierbeziehung, Ko-evolution.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.