Autor:Hans-Jürgen Krysmanski
Hans-Jürgen Krysmanski (1935–2016), in Berlin geboren, hat die Soziologie vom Blick nach unten auf die Geldelite umgedreht. 0,1 % – Das Imperium der Milliardäre behauptet, dass eine winzige Schicht Superreicher die Demokratie in eine plutokratische Ordnung schiebt.
Leben
Amerikanisches Abitur, Soziologie zwischen Berlin, Graz, Wien, Hamburg und Münster, 1961 die Dissertation über utopische Romane. Der Umweg ist Helmut Schelsky: Als dessen Assistent habilitierte Krysmanski über wissenschaftliches Außenseitertum, dann kehrte er die Herrschaftskritik gegen die Schule, die ihn geformt hatte. 1971 wurde er in Münster Professor und Institutsdirektor, forschte über Klassen, den militärisch-industriellen Komplex und die Macht der Reichen, drehte Fernsehfilme, nahm das Internet früh als geopolitischen Apparat. Nach der Entpflichtung 2001 schrieb er weiter. Er starb in Hamburg.
Wirkung
Krysmanski hat Reichtum dieser Größenordnung nicht als Leistung, sondern als Refeudalisierung gelesen: Familienclans, Stiftungen, Denkfabriken, ein Geldadel jenseits wirksamer Kontrolle. Gegen eine deutsche Soziologie, die lieber die Unterschicht beobachtet, setzte er Zahlen, Anekdoten und die ältere amerikanische Elitenforschung – C. Wright Mills’ Machtelite, Thorstein Veblens demonstrativen Verbrauch. Der von ihm gesetzte Begriff Transkapitalismus meint eine Kapitalordnung, die nationale Bindungen hinter sich gelassen hat. Transparenz sollte den Informationsvorsprung der Reichen brechen, nicht der Aufruf, sie zu verspeisen.
Die Kritik nannte das verdienstvoll und unordentlich: These, Zeitungsausschnitt und Theorie laufen ineinander, die Zuspitzung auf 0,1 Prozent ist, wie er selbst sagt, eine Vergröberung. Verschwörungserzählungen haben das Vokabular übernommen; das beschädigt die Frage, es widerlegt die Vermögenskonzentration nicht. Wer nach der Finanzkrise über Superreiche, Stiftungen und die Aushöhlung der Mitte spricht, spricht hinter diesem Band, auch wo er die Dialektik nicht teilt.
Werke
In Auswahl außerdem: Hirten & Wölfe, Die utopische Methode.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.