Autor:Edward Hallett Carr

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Edward Hallett Carr (1892–1982), in London geboren, hat die Friedenshoffnung der Zwischenkriegszeit als Selbstbetrug der Sieger gelesen. Die zwanzigjährige Krise von 1939 gilt als Gründungstext der realistischen Schule in der Lehre von den internationalen Beziehungen: Macht zuerst, Moral als Kleid des Vorteils.

Leben

Kaufmannsfamilie, Trinity College in Cambridge, die Klassische Altertumswissenschaft, ein schwaches Herz, das ihn vom Schützengraben in den Außendienst schickte. 1919 die britische Delegation in Paris, danach zwei Jahrzehnte im Ministerium, 1936 der Lehrstuhl in Aberystwyth. Der Umweg ist die Kanzlei: Wer Versailles mitverhandelt hat, zerschlägt später die Sprache, die den Bestand als Recht ausgab. Im Krieg die Times, danach Cambridge und die vielbändige Geschichte Sowjetrusslands. Er starb in London.

Wirkung

Carr hat Utopie und Realismus gegeneinander gestellt und beide für unzureichend erklärt. Die Interessenharmonie der Staaten, Völkerbund und Vernunft als Natur der Politik: das sei die Predigt der Satten. Machtkämpfe seien unvermeidlich; wer Gerichte des Nationalstaats auf das Staatengefüge übertrage, verwechsele Innen und Außen. Zugleich warnt ein Kapitel vor dem Zynismus der bloßen Macht. Die Zustimmung zur britischen Beschwichtigung, einschließlich München, ist die Stelle, an der das Buch nach 1945 am teuersten zu stehen kam.

Hans Morgenthau nahm ihn als Kronzeugen; Norman Angell nannte den Text nihilistisch. Die Sowjetgeschichte trug ihm den Vorwurf ein, Moskau zu schonen. Hans Grimm pries das Krisenbuch – eine Nachbarschaft, die die deutsche Aufnahme belastet hat. Wer hier nur Zynismus als Weisheit liest, unterschlägt die Warnung vor dem Faustrecht; wer Nüchternheit gegenüber Institutionen schon für Verrat am Frieden hält, unterschlägt Versailles. Die Spannung ist nicht aufgelöst.

Werke

In Auswahl außerdem: Was ist Geschichte?, A History of Soviet Russia.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.