Wie der Stahl gehärtet wurde
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Wie der Stahl gehärtet wurde |
| Autor(en): | Nikolai Ostrowski |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Verlag Neuer Weg |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1932 |
| Seitenanzahl: | 560 Seiten |
| Originaltitel: | Как закалялась сталь |
| Originalsprache: | russisch |
| ISBN-10: | 3880214336 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783880214330 |
| Schlagwörter: | Bürgerkrieg, Komsomol, Opfer, Kanon |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Wie der Stahl gehärtet wurde ist der Roman von Nikolai Ostrowski, 1932 und 1934 in Moskau in zwei Bänden erschienen, das bekannteste Beispiel des sozialistischen Realismus in der sowjetischen Jugenderziehung. Pawel Kortschagin, genannt Pawka, durchläuft Armut, Revolution, Bürgerkrieg, Typhus, Gleisbau und zuletzt Lähmung und Erblindung, bis er selbst ein Buch diktiert. Ostrowski, 1904 geboren, 1936 gestorben, hat die eigene Biographie zur Lehrfigur gereinigt: in späteren Auflagen verschwand die Arbeiteropposition, Trotzkisten wurden Säufer ohne Programm, die Machnowschtschina eine Räuberbande. In der DDR war der Band Schullektüre und Heldenepos; nach 1989 blieb er Dokument einer Gesinnung, die das Leben dem Kampf weihte.
Inhalt
Pawel wächst mit der Mutter in Dürftigkeit auf, arbeitet in einem Bahnhofsrestaurant, erleidet Demütigung, findet Halt bei Tonja, der Försterstochter, und beim Bruder Artjom im Eisenbahndepot. Nach der Abdankung des Zaren gerät er an den Bolschewiken Shuchrai, bewahrt ihn vor der Verhaftung, sitzt selbst kurz. Im Bürgerkrieg dient er in der Roten Armee und der Tscheka, wird verwundet, erkrankt an Typhus, lässt sich ausmustern und arbeitet an der Bahn. Beim Bau von Gleisen in Schnee und Sabotage zehrt er sich auf. Tonja, inzwischen Frau eines Ingenieurs, begegnet ihm ein letztes Mal.
Die politische Arbeit, Streit im Komsomol, Kritik an Undisziplinierten, ein Kuraufenthalt, die Heirat mit der Hilfsarbeiterin Taja Kützam: der Körper trägt nicht mehr. Ein Steckschuss aus dem Krieg führt zur Lähmung, dann zur Erblindung. Pawel diktiert unter dem Titel Die im Sturm Geborenen einen Roman über die Kotowski-Division; das Manuskript der ersten Kapitel geht auf dem Postweg verloren; Freunde helfen zum zweiten Versuch. Das Leningrader Gebietskomitee nimmt den Entwurf an. Das Buch im Buch ist die Selbstheiligung des Autors: Schreiben als letzter Dienst, wenn die Beine und die Augen fehlen.
Im zweiten Teil steht an Gräbern erschossener Genossen der Satz, der den Kanon getragen hat: das Wertvollste sei das Leben, nur einmal gegeben, so zu nutzen, dass sinnlos verbrachte Jahre nicht reuen und man sterbend sagen könne, man habe es dem Kampf für die Befreiung der Menschheit geweiht. Die Ziehharmonika am Abschied von der Mutter klingt ernster als das tolle Jauchzen des Jungen Pawka. Ostrowski hat Pathos und Rührung nicht gescheut. Die Figur ist auf Opfer und Disziplin gebaut, nicht auf Zweifel. Der Körper, der nicht mehr gehorcht, wird zum letzten Beweis, dass der Wille noch gehorcht. Genau dieser Beweis ist die Lehre, die Schulen verlangten.
Einordnung
Romain Rolland pries 1936 die Flamme der Aktion. Sowjetische und DDR-Handbücher zählten typische Charaktere, kämpferisches Pathos, lyrische Innigkeit und entschuldigten sprachliche Schwächen. Der Übersetzer Thomas Reschke hat später klar benannt, was fehlt: was Trotzkisten wollten, erfährt man nicht, nur dass sie saufen. Dunja Welke erinnerte 2004 daran, dass der Übermensch in DDR-Schulen nicht diskutiert, die stalinistische Linie ausgespart wurde. Drei sowjetische Verfilmungen, Theater des Komsomol, der DEFA-Thälmann-Film, der das Zitat aufnimmt: der Stoff war Staatsinventar.
Wer das Buch heute öffnet, liest keinen versteckten Meister, sondern den Kanon einer Diktatur, der Jugend auf den Tod für die Partei verpflichtet hat. Die Härte des Stahls ist die Härte der Zurichtung. Aufbau, Neues Leben und Reclam Leipzig haben den Text im Osten gehalten; greifbare Nachdrucke laufen über kleinere linke Häuser, darunter eine Ausgabe mit Vorworten, die den alten Kult fortsetzen, und eine neurechte, die ihn umwidmet. Beides bestätigt, dass der Roman als Waffe gelesen wird, nicht als offenes Kunstwerk. Pawel bleibt die Figur, an der man die Erziehung zum Opfer studieren kann – und studieren muss, ohne sie zu feiern. Der Ruhm war staatlich verordnet und deshalb nicht weniger wirksam.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
