Vertrauen und Gewalt
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Vertrauen und Gewalt |
| Autor(en): | Jan Philipp Reemtsma
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2008 |
| Schlagwörter: | Gewalt, Vertrauen, Moderne, Zivilisation |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Sozialforschung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hamburger Edition
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| Umfang dieser Ausgabe: | 576 Seiten |
| ISBN: | 9783936096897 |
| Verweise | |
Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne ist das 2008 erschienene Buch von Jan Philipp Reemtsma. Es widerspricht der Hoffnung, die Neuzeit zivilisiere die Gewalt einfach weg, und fragt, wie Vertrauen und Gewalt einander brauchen.
Inhalt
Reemtsma unterscheidet Arten der Gewalt, statt sie als eine dunkle Masse zu behandeln. Es gibt Gewalt, die einen Ort nimmt, Gewalt, die einen Körper nimmt, und Gewalt, die um ihrer selbst willen geschieht. Die Moderne organisiert das anders als frühere Zeiten: Sie verspricht Sicherheit und monopolisiert die Zwangsmittel, sie erzeugt Vertrauen in Verfahren – und sie erzeugt neue Formen der Grausamkeit, wo dieses Vertrauen bricht oder bewusst gebrochen wird. Gewalt verschwindet nicht, sie wechselt den Rahmen.
Vertrauen ist in diesem Buch kein warmes Gefühl, sondern eine soziale Praxis. Man gehorcht, zahlt, geht über die Straße, weil man glaubt, der andere werde die Regel halten oder die Strafe. Wo dieses Vertrauen trägt, kann der Staat weniger sichtbar zuschlagen. Wo es fehlt, wird Gewalt nackt. Reemtsma schreibt gegen die glatte Lesart von Norbert Elias, als sei der Prozess der Zivilisation eine Einbahnstraße zum Sanften. Die Germanistik, aus der Reemtsma kommt, trifft hier die Sozialforschung. Er arbeitet mit Texten und Fällen, mit der Geschichte der Folter und des Krieges.
Das Buch ist lang, begrifflich, von der eigenen Erfahrung der Entführung 1996 nicht frei und doch keine Memoiren. Der Ton ist kühl, wo das Thema heiß ist. Reemtsma will verstehen, nicht trösten. Wer nach der Moderne nur den Fortschritt der Rechte sieht, unterschlägt, dass dieselben Gesellschaften industrielle Tötung und legale Folterdebatten hervorgebracht haben. Die besondere Konstellation heißt: mehr Vertrauen und andere Gewalt, nicht weniger Gewalt schlechthin.
Einordnung
Nach 2008 hat das Buch Debatten über Folter, Krieg und staatliche Gewalt mitbestimmt, über das Seminar hinaus. Die Wehrmachtsausstellung und das Hamburger Institut für Sozialforschung waren der institutionelle Boden; dies ist die theoretische Summe. Die Kritik nannte den Anspruch zu groß, die Beispiele zu männlich, die Biographie zu nah. Geblieben ist die Unterscheidung der Gewaltarten. Wer nach diesem Band noch von Zivilisation spricht, als sei sie das Ende der Grausamkeit, spricht hinter Reemtsma.
Ideen
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
