Verlorene Illusionen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Verlorene Illusionen
Autor(en): Honoré de Balzac
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1837
Seitenanzahl: 960 Seiten
Originaltitel: Illusions perdues
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3423145587
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423145589
Schlagwörter: Provinz, Journalismus, Ehrgeiz, Paris
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Verlorene Illusionen ist der dreiteilige Gesellschaftsroman von Honoré de Balzac, zwischen 1837 und 1844 erschienen und in die Menschliche Komödie unter die Szenen aus dem Provinzleben gestellt. Ein schöner junger Dichter aus Angoulême will in Paris Ruhm, Titel und Liebe und lernt, dass Zeitungen, Theater und Salons Waren sind. Balzac hat den Literaturbetrieb der Restauration so genau seziert wie sonst kaum jemand das Druckgewerbe und die käufliche Kritik. Zeitgenossen schmähnten den zweiten Teil als Kloake; später galt das Buch als eines seiner Hauptwerke. Es erzählt den Aufstieg und Fall des Lucien Chardon und parallel das Leiden seines Freundes, des Erfinders David Séchard.

Inhalt

Lucien Chardon, Sohn einer verarmten Apothekerwitwe, die den Adelsnamen de Rubempré in die Ehe gebracht hat, lebt in Angoulême von der Bewunderung der Mutter, der Schwester Eva und des Freundes David Séchard, der eine veraltete Druckerei unter ungünstigen Bedingungen vom geizigen Vater übernehmen muss. Lucien gilt als Poet; Madame de Bargeton, Königin des Stadtadels, nimmt ihn als Schützling und fast als Geliebten auf. Gerüchte, ein Duell und die Langeweile der Provinz treiben beide nach Paris. Dort zerfällt der Zauber in wenigen Tagen: Lucien wirkt bäurisch, Louise entdeckt seinen Stand, die Marquise d’Espard erfährt, dass der schöne Rubempré ein Apothekersohn ist, und erzwingt den Bruch. Lucien sitzt in einer Mansarde, schreibt an einem historischen Roman und findet keinen Verleger, der einen anständigen Preis zahlt.

Im Lateinerviertel schließt er sich dem Kreis um den asketischen Daniel d’Arthez an, der ihm Treue zur Kunst predigt. Lucien hält nicht durch. Der Journalist Étienne Lousteau führt ihn in Redaktionen, Theaterfoyers und den Handel mit Rezensionen ein: Lob und Verriss sind käuflich, Claqueure werden gemietet, Bücher und Schauspielerinnen gemacht und zerstört. Lucien wird Geliebter der Schauspielerin Coralie, verdient rasch Geld mit Artikeln, rächt sich an der Provinz und wechselt, um den Adelsnamen und eine Karriere bei Hofe, zu den Royalisten. Er verrät die Liberalen, muss d’Arthez’ Buch verreißen, duelliert sich, wird verwundet. Coralie, gedemütigt und arm, stirbt. Lucien kehrt gescheitert nach Angoulême zurück. Während seiner Abwesenheit hat David an billigem Papier aus Pflanzenstoffen geforscht; die Brüder Cointet und der Advokat Petit-Claud treiben ihn mit gefälschten, von Lucien unterschriebenen Wechseln in den Ruin.

David versteckt sich vor der Haft; Lucien, geschmeichelt von einem Zeitungsartikel und einem Empfang bei der einstigen Geliebten, wird zum unwissenden Köder. David wird verhaftet, glaubt sich verraten. Lucien will sich in der Charente ertränken. Der spanische Abbé Carlos Herrera hält ihn zurück, kauft sein Leben und macht ihn zu seinem Geschöpf: Lucien gehört fortan nicht mehr sich selbst. Das Geld für Eva kommt zu spät; David muss die Erfindung den Cointets überlassen, kauft sich frei und zieht sich als Träumer aufs Land zurück. Die Intriganten steigen auf. Lucien hat die Illusionen verloren, die das Buch im Titel nennt: die Autonomie der Kunst, die Reinheit des Geistes, die Freundschaft, die den Stand überwindet. Die Fortsetzung in Glanz und Elend der Kurtisanen nimmt den Pakt mit Herrera wieder auf.

Einordnung

Balzac hat den Roman nicht als Bildungsgeschichte eines Charakters angelegt, sondern als Enthüllung von Mechanismen. Papier, Druck, Feuilleton, Theater, Adelssalons: Alles hängt am Gewinn. Georg Lukács las darin das Epos der Kapitalisierung des Geistes; Walter Benjamin wollte den Band wie eine Mahlzeit verschlungen wissen. Die zeitgenössische Kritik, voran Jules Janin, nannte den Pariser Teil zynisch und übelriechend – eine Rache an der Presse, die Balzac selbst kannte. Später zählten Marcel Proust und Thomas Mann das Buch zu seinen größten. In der deutschen Gegenwart steht die Übersetzung von Melanie Walz neben älteren von Otto Flake und Hedwig Lachmann.

Gegenüber dem Jahrmarkt der Eitelkeit, der den Ehrgeiz als Komödie der Eitelkeit zeigt, ist Balzac enger am Betrieb: Er kennt die Preise, die Rabatte, die Erpressung per Artikel. Lucien ist kein bloßer Schwächling; er ist begabt und eitel genug, jede Tür zu nehmen, die sich öffnet. David, der Erfinder, zahlt für die Unterschrift des Schwagers. Wer nach Balzac über Journalismus als Ware spricht, spricht hinter diesem Roman; wer nur den schönen Poeten in Paris sucht, hat den dritten Teil und die Papierherstellung nicht gelesen. Die angegebene dtv-Ausgabe gibt den vollständigen Text in einem Band.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.