Tyll

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Tyll
Autor(en): Daniel Kehlmann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie: rororo
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenanzahl: 480 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3499268086
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499268083
Schlagwörter: Dreißigjähriger Krieg, Eulenspiegel, Schelmenroman, Frühe Neuzeit
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Tyll ist der 2017 erschienene Roman von Daniel Kehlmann. Er nimmt den Schwankhelden Till Eulenspiegel und setzt ihn in den Dreißigjährigen Krieg – nicht als lustige Randfigur, sondern als denjenigen, der durch eine Welt geht, die sich selbst vernichtet. 2020 stand das Buch auf der engeren Auswahlliste des Internationalen Booker-Preises.

Inhalt

Tyll Ulenspiegel wächst als Müllerssohn auf. Der Vater Claus, ein Mann, der die Welt mit Zahlen und Zaubersprüchen zu verstehen sucht, gerät an die Gelehrten und an die Kirche und endet am Galgen. Tyll flieht mit der Bäckerstochter Nele. Sie werden Seiltänzer, Spötter, Überlebende. Der Narr überlebt, weil er keiner Sache dient, für die man ihn töten müsste.

Der Roman springt. Kapitel gelten dem Winterkönig Friedrich und seiner Frau Elizabeth Stuart, die ihre kurze böhmische Krone mit einem langen Exil bezahlen; Gelehrten, die Drachen und Sterne vermessen, während Dörfer brennen; Soldaten, für die der Krieg der einzige Beruf ist. Tyll taucht in diesen Leben auf wie ein Kommentar, den niemand bestellt hat. Die Chronologie ist absichtlich durcheinander. Der Krieg hat kein sinnvolles Nacheinander.

Kehlmann schreibt historisch genau und fabulierend zugleich. Hungertyphus, Konfession, Söldnerwesen sind recherchiert; der Seilakt über dem Abgrund ist Erfindung, die wahrer ist als die Schlachtordnung. Am Ende bleibt ein Mann, der beschlossen hat, nicht zu sterben – in einem Jahrhundert, das das Sterben zur Normalität gemacht hat.

Einordnung

Nach Die Vermessung der Welt ist dies Kehlmanns europäisches Buch: der Krieg, der den Kontinent zur Neuzeit zwingt, erzählt von unten und von der Seite. Der Narr ist keine Entlastung. Er ist die einzige Figur, die den Ernst der Großen nicht teilt und deshalb sieht, was sie anrichten. Historischer Roman, der die Historie nicht illustriert, sondern ihr die Pointe stiehlt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Claude Opus 5, Anthropic). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.