Tote Mädchen lügen nicht

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Jay Asher · 2007 · Jugendroman
Das Werk
Deutscher Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor(en): Jay Asher
Originaltitel: Thirteen Reasons Why
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2007
Schlagwörter: Schule, Kassetten, Schuld, Suizid
Sachgebiete: Jugendroman
Greifbare Ausgabe
Verlag: cbj


Umfang dieser Ausgabe: 288 Seiten
ISBN: 9783570308431
Verweise
Umschlag

Tote Mädchen lügen nicht ist der Jugendroman von Jay Asher, 2007 auf Englisch unter dem Titel Thirteen Reasons Why erschienen, deutsch 2009 bei cbt in der Übersetzung von Knut Krüger. Nach ihrem Tod hinterlässt die Schülerin Hannah Baker sieben Kassetten mit dreizehn Seiten: Gründe, Personen, eine Kette, die weitergeschickt werden soll. Clay Jensen hört in einer Nacht die Stimme der Toten und läuft die Stadt ab, in der alles geschehen ist. Asher hat den Schulroman mit der Form des Kettenbriefs und der Anklage verbunden. Das Buch wurde ohne großen Werbeaufwand ein Bestseller, später durch eine Fernsehserie noch bekannter – und umstrittener.

Inhalt

Clay findet nach der Schule ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Rekorder und hört Hannah Baker, die Mitschülerin, in die er verliebt war und die sich zwei Wochen zuvor das Leben genommen hat. Hannah bestimmt, dass die Bänder von Person zu Person gehen; wer abbricht, dessen Geheimnisse würden öffentlich. Clay ist einer der dreizehn Adressaten. Während er hört, bewegt er sich durch die Nacht zu den Orten, die Hannah nennt: das Schild mit ihrem Namen, das Fenster, die Party, die Schule. Die Erzählung wechselt zwischen seiner Gegenwart und ihrer Stimme, ohne dass eine Instanz den Streit schlichtet.

Hannah zählt auf. Justin Foley hat nach dem ersten Kuss behauptet, es sei mehr geschehen; das Gerücht klebt. Alex Standall hat eine Rangliste der Körper aufgestellt und Hannah den »besten Po« zugeschrieben; Belästigungen folgen, die Freundschaft mit Jessica Davis zerbricht. Tyler Down fotografiert Hannah durch das Fenster. Courtney Crimsen spielt die Vertraute und opfert Hannah dem eigenen Ansehen. Marcus Cooley belästigt sie an einem Valentinstag. Zach Dempsey stiehlt die anonymen Komplimente aus ihrer Tüte im Kommunikationskurs. Ryan Shaver veröffentlicht ein anvertrautes Gedicht in der Schülerzeitung. Clay selbst ist der, den Hannah auf einer Party küsste und fortschickte; auf den Bändern entschuldigt sie sich bei ihm und erklärt, warum sie nicht mehr erreichbar war. Der zweite Durchgang mit Justin gilt einer Vergewaltigung Jessicas, der Hannah im Schrank beiwohnt, ohne einzugreifen. Jenny Kurtz fährt ein Stoppschild um; an der Stelle stirbt später ein Schüler. Bryce Walker vergewaltigt Hannah. Mr. Porter, der Vertrauenslehrer, hört ihre Andeutungen und lässt sie gehen.

Clay schickt die Kassetten weiter. Der Roman endet nicht mit einer öffentlichen Abrechnung und nicht mit einer Heilung. Er lässt den Jungen mit der Stimme zurück und mit der Frage, was Zuhören hätte ändern können. Asher konstruiert die dreizehn Gründe als Kette: Jede Kränkung macht die nächste leichter, und Hannahs eigene Schuldgefühle – dass sie nicht eingegriffen, dass sie das Schild nicht gemeldet hat – gehören zur Anklage gegen sich selbst. Die Form ist streng und absichtsvoll. Wer eine bloße Anklageschrift gegen Mitschüler erwartet, findet auch die Stellen, an denen Hannah sich selbst nicht entlastet. Wer Trost sucht, findet vor allem die Nacht und den Rekorder.

Einordnung

Asher hat den Jugendroman an das Thema des Schulsuizids geführt und ihm die technische Form der Kassette gegeben: Die Tote spricht, die Lebenden müssen hören. Deutsche Feuilletons reagierten gemischt; Sieglinde Geisel rühmte die Annäherung trotz konstruiertem Gerüst, Tobias Rüther zog in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Parallele zu Winnenden, Roswitha Budeus-Budde empfahl den Band in der Süddeutschen Zeitung auch Erwachsenen. 2017 machte eine Serie den Stoff einem neuen Publikum bekannt und verschärfte die Debatte, ob die Darstellung Nachahmung erleichtere oder Hilfe anstoße. Im selben Umkreis wurde Asher nach Vorwürfen sexueller Belästigung aus einem Verband amerikanischer Kinderbuchautoren ausgeschlossen; das gehört zur öffentlichen Geschichte des Namens, nicht zur Handlung des Buchs.

Neben Die Welle steht der Roman in der Reihe der Schulbücher, die Gewalt unter Gleichaltrigen als System zeigen, nicht als Ausrutscher. Asher ist enger am Gerücht, am Körper, am Schweigen der Erwachsenen. Die Kassette ist ein Kunstgriff aus einer Zeit, in der Jugendliche schon anders speicherten; gerade das Alte der Technik macht die Stimme unheimlich. Wer nach 2007 über Mobbing als Erzählung spricht, trifft auf diesen Band; wer ihn für eine Anleitung hält, hat Clays Nacht und Hannahs Zweifel an sich selbst nicht gelesen. Die angegebene Taschenbuchausgabe ist die gängige deutsche Fassung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.