Tausend Plateaus

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Gilles Deleuze, Félix Guattari · 1980 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Tausend Plateaus
Autor(en): Gilles Deleuze, Félix Guattari
Originaltitel: Mille plateaux
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1980
Schlagwörter: Rhizom, Wunsch, Territorium, Linie
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Merve
Serie: Internationaler Merve Diskurs
Umfang dieser Ausgabe: 716 Seiten
ISBN: 9783883960876
Verweise


Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie ist der 1980 in Paris erschienene zweite Band von Gilles Deleuze und Félix Guattari nach dem Anti-Ödipus. Die deutsche Ausgabe von 1992 bei Merve macht aus dem Buch keinen Traktat mit Kapitelende, sondern ein Gelände: man betritt Plateaus, man verlässt sie, man kehrt nicht zum Stamm zurück.

Inhalt

Das Buch setzt gegen den Baum das Rhizom: kein Ursprung, von dem alles abzweigt, sondern Geflechte, die an jeder Stelle anschließen, abbrechen, neu beginnen. Der Staat, die Psychoanalyse, die Linguistik erscheinen als Apparate, die Linien einfangen, Wunsch in Mangel übersetzen, Vielheit auf Identität bringen. Dagegen halten Deleuze und Guattari molekulare Bewegungen – Fluchten, die nicht das große Draußen suchen, sondern die Härte der Segmentierung unterlaufen. Der Körper ohne Organe ist keine Anatomie, sondern eine Warnung: Wer den Organismus für das Leben hält, hat schon die Schicht, die das Leben verwaltet. Nomadisches Denken heißt nicht Reisen; es heißt, den Raum der Glattheit gegen den gekerbten der Kontrolle zu stellen.

Jedes Plateau trägt ein Datum und einen Einsatz – Linguistik, Geologie, Refrains, Kriegmaschinen, Gesichter. Die Kriegmaschine ist nicht das Heer des Staates; der Staat eignet sie sich an, um Krieg zu machen, während sie selbst zuerst eine andere Zusammensetzung von Raum und Zahl ist. Kapitalismus und Schizophrenie bleiben der Untertitel: der Kapitalismus deterritorialisiert, um neu zu binden; die Schizophrenie ist keine Diagnose, sondern die Grenze, an der Kodierungen reißen. Wer hier eine Gebrauchsanweisung für Subversion sucht, findet eher eine Geographie der Macht, die sich nicht auf Klassenkampf oder Diskurs verkürzen lässt. Die Prosa ist sprunghaft, mit Beispielen aus Ethnologie, Mathematik, Musik, ohne dass eines das System trägt.

Das Buch ist der lautere der beiden Bände, und es hat die leiseren oft zugedeckt. Wer nur das Rhizom als Metapher für das Netz nimmt, hat die Platte mit dem Staat nicht gelesen. Wer nur den Jargon der Fluchtlinien kennt, unterschlägt, dass Deleuze und Guattari Institutionen beschreiben, nicht Stimmungen. Die deutsche Rezeption lief über Kunsthochschulen und Kulturwissenschaft schneller als über die Philosophieinstitute; die Plateaus wurden zum Losungswort einer Generation, die den Baum der Dialektik satt hatte und oft die Härte der Analyse gegen die Lust an der Verbindung tauschte.

Einordnung

Ohne diesen Band bleibt die französische Theorie nach 1968 bei Diskurs und Begehren als Innerlichkeit. Neben Differenz und Wiederholung steht er als das Buch, das Deleuze nicht allein geschrieben hat: Guattaris Klinik und Politik sind die andere Hälfte der Maschine. Die Kritik nannte es unlesbar, unpolitisch, eine Lizenz zur Beliebigkeit. Geblieben ist die Einsicht, dass Vielheit nicht das Gegenteil von Ordnung ist, sondern eine andere. Wer nach 1980 von Netzwerk, Hybridität oder Flucht spricht, ohne die Kerbung zu nennen, die sie erzeugt, spricht hinter diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.