Sprache, Wahrheit und Logik

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A. J. Ayer · 1936 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Sprache, Wahrheit und Logik
Autor(en): A. J. Ayer
Originaltitel: Language, Truth and Logic
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1936
Schlagwörter: Sinnkriterium, Empirismus, Metaphysik, Ethik
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 248 Seiten
ISBN: 9783150097908
Verweise


Sprache, Wahrheit und Logik (englisch Language, Truth and Logic) ist das 1936 in London erschienene Buch von A. J. Ayer, mit dem der logische Empirismus des Wiener Kreises auf Englisch schulbildend wurde. Ayer, jung aus Wien zurück, schreibt eine Kampfschrift: Sätze, die sich weder formal prüfen noch an der Erfahrung bewähren lassen, sind sinnlos. Die Metaphysik fällt nicht, weil sie falsch ist, sondern weil sie nichts sagt. Das Buch hat den Wiener Kreis in Oxford und darüber hinaus bekannter gemacht als manches Original der Schlick-Runde.

Inhalt

Ayer übernimmt das Sinnkriterium in der Fassung der Überprüfbarkeit: Ein Satz hat faktische Bedeutung, wenn angegeben werden kann, welche Beobachtungen ihn stützen oder schwächen würden. Analytische Sätze der Logik und Mathematik sind wahr kraft der Regeln der Sprache, nicht kraft der Welt. Alles andere – das Absolute, das Ding an sich, die Wesensschau, der Gottesbeweis – ist Schein, sofern es sich als Erkenntnis ausgibt. Ayer mildert das Kriterium gegenüber den strengsten Wiener Formulierungen: Es genügt grundsätzliche Prüfbarkeit, nicht die vollständige Übersetzung in Sinnesdaten. Trotzdem bleibt der Schnitt scharf. Philosophie wird zur Analyse der Sprache der Wissenschaft, nicht zur Königin der Fächer.

Die Ethik und die Theologie bekommen ein eigenes Kapitel. Werturteile sind keine Tatsachenaussagen; wer sagt, Stehlen sei falsch, äußert eine Haltung, keine Erkenntnis, die wahr oder falsch wäre. Ayer nennt das später den emotiven Charakter moralischer Sätze. Religionssätze, die sich gegen jede mögliche Erfahrung immunisieren, teilen das Schicksal der Metaphysik. Das ist keine Beleidigung der Frommen, behauptet er, sondern die Auskunft, welchen Status ihre Sätze haben. Die Pointe ist kalt und hat den Streit um den Positivismus in der Moralphilosophie für Jahrzehnte bestimmt. Wer Ayer nur als Metaphysikvernichter kennt, unterschlägt, dass er die Moral nicht abschaffen, sondern umsortieren will: als Ausdruck, nicht als Wissen.

Das Buch ist kurz, polemisch, von einer Klarheit, die das Seminar ersetzen wollte. Ayer hat später manches zurückgenommen, das Sinnkriterium selbst für zu grob erklärt und die Wiener Jahre als Jugendwerk behandelt. Geblieben ist die englische Stimme des Kreises: weniger technisch als Carnap, weniger politisch als Neurath, lesbarer als Schlick. Die zweite Auflage von 1946 antwortet auf Einwände, ohne den Grundriss aufzugeben. Wer den logischen Empirismus im englischen Sprachraum sucht, findet ihn hier in der Form, in der ihn Generationen von Studenten zuerst gelesen haben – oft als die einzige Form, die sie kennenlernten.

Einordnung

Ayer hat den Wiener Kreis popularisiert und zugleich verdünnt. Willard Van Orman Quine hat in den Zwei Dogmen des Empirismus genau die Trennung von analytisch und synthetisch angegriffen, von der Ayer zehrt; die Ordinary-Language-Philosophie Oxfords hat die Sinnkritik für zu grob gehalten. Trotzdem bleibt das Buch die Brücke, über die der Empirismus nach 1936 ins Englische wanderte, während Wien und Prag den Kreis zerstörten. Neben dem Tractatus logico-philosophicus und Carnaps Aufbau ist es das dritte Buch, an dem sich ablesen lässt, was aus der wissenschaftlichen Weltauffassung wurde, als sie die Sprache wechselte: eine Lehre für das College, nicht mehr nur für den Donnerstagabend bei Schlick.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.