Schriften zum Pragmatismus und Pragmatizismus

Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
Charles Sanders Peirce · 1878 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Schriften zum Pragmatismus und Pragmatizismus
Autor(en): Charles Sanders Peirce
Herausgeber: Karl-Otto Apel
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1878
Schlagwörter: Zeichen, Klarheit, Abduktion, Forschung
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: stw
Umfang dieser Ausgabe: 602 Seiten
ISBN: 9783518285459
Verweise


Schriften zum Pragmatismus und Pragmatizismus versammelt die Aufsätze, in denen Charles Sanders Peirce zwischen 1868 und den späten Jahren die Lehre formuliert hat, die später Pragmatismus hieß. Die deutsche Ausgabe, die Karl-Otto Apel herausgab, macht aus verstreuten Texten ein Buch: die Klärung der Vorstellungen durch ihre praktischen Wirkungen, die Semiotik, die Abduktion als Schluss auf die beste Erklärung. Peirce hat den Namen erfunden und James vorgeworfen, ihn weichgespült zu haben; hier steht die strenge Fassung.

Inhalt

Der Kernsatz steht in dem Aufsatz über die Klarheit unserer Gedanken: Die Bedeutung eines Begriffs ist die Summe der praktischen Wirkungen, die seinem Gegenstand zugeschrieben werden. Was keinen Unterschied im möglichen Experiment macht, ist nicht zwei, sondern Wortnebel. Peirce zielt auf die Logik der Forschung, nicht auf die Lebenshilfe. Glauben ist die Bereitschaft, nach einer Regel zu handeln; Zweifel ist der Reiz, der die Untersuchung in Gang setzt, bis ein neuer Glaube trägt. Die wissenschaftliche Gemeinschaft, nicht das Ich, ist das Subjekt der Wahrheit: Wahrheit ist das, worauf die Forschung auf lange Sicht hinausliefe, wenn sie nicht abbräche.

Die Zeichentheorie trägt das Ganze. Ein Zeichen steht für etwas in einer Hinsicht für einen Interpreten; es erzeugt ein weiteres Zeichen, den Interpretanten. Ikon, Index, Symbol: drei Weisen, in denen Welt in Zeichen eintritt. Ohne diese Dreistelligkeit bleibt der Pragmatismus eine Nutzlehre. Peirce unterscheidet den Pragmatizismus – seinen eigenen, an die reale Allgemeinheit gebundenen – vom Pragmatismus James’, den er für eine Einladung zum Wunschdenken hielt. Kategorien, Erstheit, Zweitheit, Drittheit, die Abduktion neben Induktion und Deduktion: Das Buch ist keine geschlossene Summe, sondern eine Werkstatt, in der dieselben Probleme immer neu angegangen werden.

Apels Anordnung macht sichtbar, was die verstreuten Originaldrucke verdecken: dass Peirce nicht vom Nutzen des Einzelnen, sondern von der Norm der Forschung her denkt. Die Evolution der Symbole, die Hoffnung auf das Endurteil der Gemeinschaft, die Ablehnung des Cartesischen Zweifels als Papiertiger – das sind keine Anekdoten, sondern die Moral einer Logik, die sich selbst als sozial versteht. Wer Peirce nur als Vorläufer von James liest, unterschlägt die Semiotik; wer nur die Semiotik nimmt, unterschlägt, dass sie der Klarheit der wissenschaftlichen Begriffe dienen sollte, nicht der Beliebigkeit der Deutung.

Einordnung

Ohne Peirce ist der amerikanische Pragmatismus eine Stimmung; mit ihm ist er eine Lehre von Zeichen und Forschung. James hat ihn popularisiert, Dewey in die Demokratie geführt, die Semiotik des zwanzigsten Jahrhunderts hat ihn oft ohne den Pragmatismus genommen. Apel hat ihn nach Deutschland geholt, in die Nähe der Diskursethik, die Wahrheit ebenfalls an eine unbegrenzte Gemeinschaft bindet. Der Wiener Kreis hat verwandte Klarheitsforderungen gestellt, ohne die Evolution der Zeichen. Wer nach der Herkunft des Pragmatismus fragt, muss diese Aufsätze lesen, nicht nur die Vorlesungen von 1907: Hier ist die Methode noch eine Pflicht der Untersuchung, nicht schon eine Erlaubnis des Lebens.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.