Risikogesellschaft
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Risikogesellschaft |
| Autor(en): | Ulrich Beck |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1986 |
| Seitenanzahl: | 391 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3518113658 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783518113653 |
| Schlagwörter: | Risiko, Individualisierung, Wissenschaft, Verteilung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Rezensionen | |
Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne ist das 1986 erschienene Buch von Ulrich Beck. Die Industriegesellschaft verteilte Reichtum; die, die nachfolgt, verteilt Gefahr – und niemand kann sich ganz freikaufen.
Inhalt
Beck setzt mit einem Schnitt an. Die alte Moderne organisierte den Konflikt um Güter: Klasse, Lohn, Besitz. Die neue organisiert ihn um Risiken: Gift, Strahlung, Zerstörung der Natur, Nebenfolgen der Wissenschaft, die niemand mehr lokal begrenzen kann. Risiken sind unsichtbar, über Grenzen hinweg, oft erst durch Messung da. Sie treffen den Reichen später, nicht nie. Der Smog der großen Städte, die Chemie im Grundwasser, der Unfall, dessen Wolke nicht am Werkzaun haltmacht: Verteilungskämpfe hören nicht auf, aber sie verschieben sich. Wer haftet, wer weiß, wer entscheiden darf, wird zur politischen Frage, weil die Gefahr selbst keinen Stand kennt.
Zugleich löst sich die Bindung an Klasse, Milieu, Normalbiographie. Individualisierung heißt bei Beck nicht Freiheit als Geschenk, sondern Zwang, ein eigenes Leben zu führen, wo die alten Sicherheiten – Stand, Geschlecht als Schicksal, lebenslanger Betrieb – brüchig werden. Wissenschaft und Gegenwissenschaft treten gegeneinander auf; Fachwissen begründet Herrschaft und wird öffentlich bestritten. Die Politik wandert aus den Parlamenten in Technikfolgen, Gerichte, Bürgerinitiativen. Beck schreibt das im Jahr von Tschernobyl. Das Buch kam in denselben Monaten auf den Markt; die Wolke hat es nicht erfunden, aber lesbar gemacht.
Der Ton ist essayistisch, zugespitzt, ohne den Apparat einer großen Theorie. Beck will die Soziologie aus der Industriegesellschaft herausschreiben, deren Begriffe sie noch benutzt. Reflexive Moderne heißt: Die Moderne wird sich selbst zum Problem. Fortschritt erzeugt die Folgen, an denen er gemessen wird. Wer nur den Wohlstand sieht, unterschlägt die Gefahr; wer nur die Gefahr sieht, unterschlägt, dass dieselbe Gesellschaft den Wohlstand hervorgebracht hat, von dem die Kritik lebt.
Einordnung
Kaum ein soziologisches Wort der achtziger Jahre ist so schnell in die Zeitung gewandert. Risikogesellschaft wurde zur Chiffre für Atomkraft, Klima, Gentechnik, später für Finanzkrisen und Seuchen, oft verdünnt zur Stimmung. Die Kritik nennt das Buch zu grob in der Klassendiagnose, zu deutsch, zu zeitgebunden. Neben Hans Müdigkeitsgesellschaft, die den Einzelnen als Selbstausbeuter liest, steht es als Diagnose einer Gesellschaft, die sich die Folgen ihres Könnens nicht mehr vom Leib halten kann. Wer nach 1986 von einer Politik spricht, die nicht nur verteilt, sondern haftet, spricht oft mit Beck.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
