Pinocchio
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Pinocchio |
| Autor(en): | Carlo Collodi |
| Originaltitel: | Le avventure di Pinocchio. Storia di un burattino |
| Originalsprache: | italienisch |
| Erstveröffentlichung: | 1883 |
| Schlagwörter: | Puppe, Lüge, Vater, Menschwerden |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 201 Seiten |
| ISBN: | 9783150206836 |
| Verweise | |
Pinocchio ist das Kinderbuch von Carlo Collodi, 1881 bis 1883 in einer römischen Kinderzeitung erschienen und 1883 als Band unter dem Titel Le avventure di Pinocchio. Storia di un burattino. Collodi, eigentlich Carlo Lorenzini, schrieb zuerst eine harte Puppengeschichte, die mit dem Hängen am Baum endete; auf Drängen der Leser ließ er den Hölzernen weiterleben und zum Kind werden. Das Buch ist kein sanftes Lehrstück, sondern eine Folge von Strafen, Hunger, Lügen und knapper Rettung. Die Nase, die wächst, ist nur eines der Bilder; wichtiger ist der Vater, der den Sohn aus Holz schnitzt und für ihn ins Meer geht. Aus der italienischen Fortsetzungsgeschichte wurde eine der meistübersetzten Kindergeschichten der Welt.
Inhalt
Meister Geppetto schnitzt aus einem sprechenden Holzklotz eine Marionette, die er Pinocchio nennt, in der Hoffnung auf ein Gewehr und ein Stück Brot im Alter. Kaum fertig, schlägt die Puppe ihm die Perücke vom Kopf, reißt aus und verkauft das Fibelbuch, das der arme Mann für die Schule gekauft hat, um ins Theater zu gehen. Der Grille, die ihn zur Arbeit mahnt, schleudert er einen Hammer an den Kopf; später kehrt sie als Geist zurück. Pinocchio fällt Räubern in die Hände, den Mördern, die ihn an einer Eiche aufhängen. Die blaue Fee schneidet ihn herunter, pflegt ihn und verspricht, er könne ein wirklicher Junge werden, wenn er brav sei. Jede Lüge lässt die Nase wachsen, bis Spechte sie wieder kürzen.
Statt zur Schule läuft Pinocchio mit dem Faulenzer Lampwick – in manchen Übertragungen Lucignolo – ins Land der Spielereien, wo Kinder zu Eseln werden. Er wird zum Esel geschlagen, ersäuft, ins Meer geworfen und wieder Puppe. Der Fährmann, das Huhn, der Fisch, der Richter mit Gorillagesicht: Collodi reiht Prüfungen, die nicht erziehen, sondern zuschlagen. Geppetto indes sucht den Sohn und wird vom Hundsfisch verschlungen, einem Ungeheuer, in dessen Bauch er ein kärgliches Leben fristet. Pinocchio findet ihn dort, trägt den Vater auf den Schultern aus dem Rachen und pflegt ihn an der Küste.
Erst diese Rettung, nicht die Reue allein, macht aus der Puppe einen Menschen. Pinocchio arbeitet, lernt, verdient Milch für den Alten; eines Morgens wacht er als Junge auf, und die Marionette steht leblos in der Ecke. Die Fee hat Wort gehalten, nachdem der Sohn den Vater nicht mehr verraten hat. Collodi schließt versöhnlich und lässt die Härte der vorigen Kapitel stehen: Hunger, Galgen, Eselsfell und Kerker gehören zur Geschichte, nicht als Irrtum des Autors. Wer nur das artige Kind der späteren Bilder kennt, kennt den Text nicht.
Einordnung
Collodi schrieb gegen die fromme Kinderliteratur seiner Zeit an und doch für die Schule: Fleiß, Gehorsam, Buch. Die Spannung bleibt, weil die Erzählung die Moral immer wieder mit Grausamkeit überbietet. Walt Disneys Film von 1940 machte aus der Grille Jiminy, aus der Fee eine Taufpatin und aus dem Galgen ein Abenteuer; die Nase überlebte, der Hammer auf die Grille nicht. Im Italienischen ist Pinocchio Nationalfigur, Schimpfwort und Forschungsgegenstand. Deutsche Ausgaben heißen oft Pinocchios Abenteuer; Reclam hält den Text ohne Bilderbuchglätte.
Neben dem deutschen Kunstmärchen und neben dem späteren phantastischen Jugendroman steht hier eine toskanische Erfindung, die Weltliteratur wurde, ohne weich zu werden. Die Puppe, die Mensch werden will, hat Rowlings Waise und viele andere Kunstkinder vorbereitet, ohne deren Internate zu kennen. Wer nach Collodi über Lüge und Erziehung spricht, findet in der Nase ein Bild, das zu einfach ist: Der Roman straft den Ungehorsam und liebt ihn. Das Menschwerden kostet den Vater fast das Leben, und genau das nimmt Collodi ernst.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
