Moby Dick

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Moby Dick
Autor(en): Herman Melville
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1851
Seitenanzahl: 1041 Seiten
Originaltitel: Moby-Dick; or, The Whale
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3423146133
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423146135
Schlagwörter: Walfang, Rache, Meer, Symbolik
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Moby Dick, vollständig Moby Dick oder Der Wal, ist der 1851 erschienene Roman von Herman Melville. Zu Lebzeiten des Autors blieb er fast unbeachtet; heute gilt er als der große Roman der amerikanischen Literatur.

Inhalt

Ismael geht zur See, weil ihn Trübsinn und Fernweh nicht im Land halten – Wasser und Nachdenken gehören für ihn zusammen. In New Bedford muss er sich im Gasthaus das Bett mit dem tätowierten Harpunier Queequeg teilen, und aus dem Schrecken wird binnen einer Nacht eine Freundschaft. Die beiden hören eine Predigt über Jona und den Wal, fahren nach Nantucket und heuern auf der Pequod an, benannt nach einem ausgerotteten Indianerstamm. Ein alter Mann am Kai raunt ihnen Unheil über das Schiff und dessen Kapitän zu, ohne deutlich zu werden.

Diesen Kapitän bekommen sie erst auf offener See zu sehen. Ahab hat ein Bein an einen weißen Pottwal verloren und geht auf einem Stück Elfenbein; was als Handelsfahrt bezahlt wird, ist für ihn eine Jagd auf ein einziges Tier. Er nagelt eine Goldmünze an den Mast für den, der Moby Dick zuerst sichtet, und lässt die Mannschaft auf seine Rache schwören – nur der Erste Steuermann Starbuck widerspricht, dass es Wahnsinn sei, sich an einem stummen Geschöpf zu rächen. Zwischen die Etappen der Fahrt schaltet Melville Kapitel über Anatomie, Geschichte und Ikonographie der Wale, über das Weiß und über die Arbeit an Bord, sodass der Roman zugleich Abenteuer, Enzyklopädie und Predigt ist.

Zuletzt wird jede Warnung ausgeschlagen. Ahab lässt ein Schiff ziehen, dessen Kapitän ihn um Hilfe bei der Suche nach seinem verschollenen Sohn bittet, weil ihn nur noch die eigene Spur interessiert. Die Jagd dauert drei Tage: Boote werden zerschlagen, der Wal reißt Ahab an der eigenen Harpunenleine mit sich, und die Pequod sinkt mit der ganzen Mannschaft. Ismael überlebt allein, weil er sich an Queequegs Sarg festhält, und wird nach einem Tag von einem fremden Schiff aufgenommen – jenem, dessen Kapitän noch immer seinen Sohn sucht.

Einordnung

Melville lädt seinen Stoff, den er als Matrose auf Walfängern selbst kannte, mit biblischen Namen und Anspielungen auf: Ismael der Ausgestoßene, Ahab der ungute König Israels, Elias als Warner. Daraus entsteht ein Buch, das sich jeder eindeutigen Deutung entzieht – Moby Dick ist Naturgewalt, Gottesbild, Projektionsfläche und einfach ein Tier, je nachdem, wer im Roman von ihm spricht. Erst in den 1920er Jahren wurde der Roman wiederentdeckt, seither ist er Bezugspunkt für die Literatur der Moderne.