Middlemarch
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Middlemarch |
| Autor(en): | George Eliot |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1871 |
| Seitenanzahl: | 1152 Seiten |
| Originaltitel: | Middlemarch |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3423147857 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423147859 |
| Schlagwörter: | Provinz, Ehe, Reform, Enttäuschung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Middlemarch. Eine Studie über das Leben in der Provinz ist der 1871 und 1872 in acht Heften und danach als Buch erschienene Roman von George Eliot, bürgerlich Mary Ann Evans. Eine englische Kleinstadt um 1830 hält Reform, Medizin und Ehe für machbar – und lernt die Grenzen. Eliot hat viele Lebensläufe nebeneinandergeführt, ohne einen zum Helden zu machen: Die Provinz ist das Maß, nicht die Kulisse. Der Satz ist geduldig, witzig und genau in den Geldfragen. Virginia Woolf hat das Buch den ersten Roman für Erwachsene genannt; das trifft die Härte, mit der hier Idealismus auf die Ehe und auf die Nachbarn trifft.
Inhalt
Dorothea Brooke, jung, ernst und reich an Vorsätzen, heiratet den viel älteren Gelehrten Edward Casaubon, weil sie an seinem Schlüssel zu allen Mythologien mitarbeiten will. Auf der Hochzeitsreise in Rom merkt sie, dass das Werk ein Schutthaufen ist und die Ehe eine Kälte. Casaubons junger Vetter Will Ladislaw, Maler und Liberaler, wird ihr zum Gegenbild; Casaubon setzt testamentarisch, dass Dorothea das Vermögen verliert, wenn sie Will heiratet. Parallel dazu kommt der Arzt Tertius Lydgate nach Middlemarch, will das Krankenhaus reformieren und heiratet Rosamond Vincy, schön, musikalisch und entschlossen, nach oben zu leben. Die Schulden kommen schneller als der Ruhm. Lydgate nimmt Geld von dem Bankier Nicholas Bulstrode, dessen fromme Fassade ein altes Verbrechen deckt.
Um diese beiden Ehen legt Eliot die Stadt: der unentschlossene Arthur Brooke, Dorotheas Onkel, der ins Parlament will; Fred Vincy, der das Studium schleifen lässt und Mary Garth liebt, die ihn nur nimmt, wenn er arbeitet; Marys Vater Caleb, der ehrliche Landvermesser; der Pfarrer Camden Farebrother, der zu viel weiß, um zu siegen. Die Wahlrechtsreform von 1832 geht durchs Land, die Cholera droht, Wahlen werden gekauft. Als Casaubon stirbt, bleibt Dorothea mit dem Kodizill und mit der Einsicht zurück, dass Güte ohne Kenntnis des anderen eine Form von Hochmut war. Lydgate gerät in den Verdacht, Bulstrodes ersten Mann in den Tod getrieben zu haben. Die Stadt zieht die Hand ab, Rosamond denkt an Flucht, und Lydgate gibt die Forschung auf, um eine Praxis für Reiche zu führen.
Bulstrode wird entlarvt und verlässt Middlemarch. Fred wird Landwirt und heiratet Mary. Dorothea verzichtet auf das Casaubon-Vermögen und heiratet Will; sie leben in London, er geht ins Parlament, sie führt einen Haushalt, der kleiner ist als ihre Jugendträume. Der Schluss nennt das ohne Bitterkeit und ohne Verklärung: Das Gute, das solche Leben tun, bleibt oft namenlos und verteilt sich auf die Nachbarn. Lydgate stirbt früh, als Verfasser einer Schrift über Gicht, und hält sich für gescheitert. Rosamond heiratet danach einen Arzt, der besser verdient. Middlemarch geht weiter.
Einordnung
Eliot hat den Gesellschaftsroman der viktorianischen Zeit auf die Innenwelt und auf das Geld zugleich gestellt. Niemand fällt hier allein durch Laster; man fällt durch Irrtum, Stolz und die Enge der Stadt, die jede Abweichung bespricht. Dorotheas Ende ist kein versöhnlicher Schluss im alten Sinn: Die Frau, die eine Heilige hätte sein wollen, wird eine Gattin, und der Erzähler fordert, das nicht für wenig zu halten. Neben Jane Austen und Dickens ist Eliot die dritte große Stimme des englischen Jahrhunderts, genauer in der Psychologie als Dickens, weiter im Sozialen als Austen.
Die Fernsehfassungen der BBC haben den Stoff periodisch erneuert. Die akademische Welt hat Middlemarch zum Muster der Realismusdebatte gemacht. Wer nach Eliot über Ehe und Reform spricht, spricht hinter diesem Band: hinter einer Stadt, in der die großen Ideen an der Küchenrechnung scheitern und trotzdem nicht nichtig sind. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Rainer Zerbst aus dem Englischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
