Lady Chatterley

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Lady Chatterley
Autor(en): D. H. Lawrence
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1928
Seitenanzahl: 439 Seiten
Originaltitel: Lady Chatterley's Lover
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3423136367
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423136365
Schlagwörter: Stand, Körper, England, Verbot
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Lady Chatterley, vollständig Lady Chatterleys Liebhaber, ist der 1928 zuerst privat gedruckte Roman von D. H. Lawrence, die dritte und bekannteste von drei Fassungen. Constance Chatterley bricht aus der leblosen Ehe mit dem gelähmten Clifford und aus der Gutsherrengesellschaft von Wragby Hall in die Arme des Wildhüters Mellors. Das Buch gilt als eines der ersten ernsthaften Werke, in denen geschlechtliche Liebe ausdrücklich beschrieben wird. 1960 erzwang der Taschenbuchverlag Penguin in London einen Prozess gegen das Verbot angeblich obszöner Schriften und gewann; die Aufhebung der Zensur wurde Teil der Geschichte der sexuellen Befreiung.

Inhalt

Constance Reid, genannt Connie, aus bildungsbürgerlichem Haus, heiratet 1917 den jungen Intellektuellen Sir Clifford Chatterley. Nach kurzen Flitterwochen geht er als Offizier in den Krieg, kehrt gelähmt und zeugungsunfähig nach Wragby Hall im Kohlenrevier von Nottinghamshire zurück und beginnt ein Leben als Schriftsteller. Connie leidet an der geistigen Enge, diskutiert Cliffs Arbeit und beginnt eine Affäre mit dem Gast Michaelis, die keine Linderung bringt, aber Begehren weckt. Um weniger Zeit mit Clifford zu verbringen, engagiert sie die Krankenschwester Mrs. Bolton, die mit ihm bald eine enge, kindliche Abhängigkeit eingeht und ihn zugleich als Geschäftsmann im Bergbau aufrichtet.

Oliver Mellors, Sohn eines Schmieds, einst Offizier in Indien, spricht bald Hochsprache, bald den Dialekt von Derbyshire; Connie weiß nicht, welchen Stand sie ihm zuschreiben soll. Er lebt in einer Waldhütte, macht Feuer, wäscht sich, verachtet die Herrschaften. Nach Sprödigkeit beider Seiten beginnt ein leidenschaftliches Verhältnis. Weite Teile erzählen Connies Lernen: Sie verhält sich ungeschickt, destruktiv, erst allmählich gibt sie sich hin. Um Clifford eine Urlaubsaffäre vorzutäuschen, die eine Schwangerschaft erklären soll, reist sie mit der Schwester Hilda nach Venedig. In dieser Zeit erscheint Mellors’ entfremdete Frau Bertha Coutts und verlangt die Rückkehr; als er ablehnt, streut sie Gerüchte, die zu seiner Entlassung führen.

Connie kehrt zurück, sagt Clifford, sie wolle die Scheidung und erwarte Mellors’ Kind. Clifford will um jeden Preis einen Erben, auch wenn er nicht der Erzeuger ist, und lehnt ab. Mellors will nicht von Connies Vermögen leben, arbeitet auf einem Hof und plant, das Geld für ein eigenes kleines Anwesen zu verdienen. Um die beiden Scheidungen nicht zu gefährden, trennen sich die Liebenden für Monate und hoffen, danach heiraten zu können. Der Roman endet nicht mit der Trauung, sondern mit diesem Aufschub: Körper und Stand, Wald und Grube, Zärtlichkeit und die Angst vor dem öffentlichen Skandal bleiben unversöhnt und doch gewählt.

Einordnung

Lawrence, Sohn eines Bergmanns und einer Lehrerin, hat in Mellors und Clifford zwei Weisen englischer Männlichkeit gegeneinander gestellt: den lebendigen Mann und den Kopfmenschen, dessen Impotenz auch eine geistige ist. Die erste Fassung betonte die soziale Lage des Reviers, die dritte die sinnliche Erfahrung und die derbe Sprache, derentwegen das Buch verboten wurde. Der Penguin-Prozess von 1960, in dem Schriftsteller für den literarischen Rang zeugten, machte den Roman zum öffentlichen Ereignis und das Taschenbuch zum Zeichen, dass Literatur über den Körper sprechen darf. Verfilmungen haben oft die Erotik isoliert und die Kritik an der industriellen Leere von Wragby gekürzt.

Wer nach 1928 Ehebruch nicht als Sündenfall, sondern als Wiederkehr in den Körper erzählt, erzählt hinter Connie und Mellors, auch dann, wenn er Lawrences Ton für predigerhaft hält. Das Verbot hat das Buch berühmter gemacht als manche stilleren Werke Lawrences. Gelesen werden muss es trotzdem als Roman über Klasse, Krieg und die Unfähigkeit einer Gesellschaft, Lebendiges zu ertragen. Der Hof, den Mellors pachten will, ist kein Idyll, sondern die einzige Wirtschaft, die er der Kohle und dem Titel entgegensetzen kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.