Kubanischer Gegensinn
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Kubanischer Gegensinn |
| Autor(en): | Fernando Ortiz |
| Originaltitel: | Contrapunteo cubano del tabaco y el azúcar |
| Originalsprache: | spanisch |
| Erstveröffentlichung: | 1940 |
| Schlagwörter: | Tabak, Zucker, Transkulturation, Kuba |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | |
| Umfang dieser Ausgabe: | 412 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Kubanischer Gegensinn. Vom Tabak und vom Zucker (spanisch Contrapunteo cubano del tabaco y el azúcar) erschien 1940 in Havanna. Fernando Ortiz setzt Tabak und Zucker als zwei Weisen, Kuba zu sein: der Tabak indigen, handwerklich, schwarz und weiß in der Wicklung; der Zucker kolonial, industriell, die Plantage, die Menschen verschlingt. Dazwischen prägt er das Wort Transkulturation: Kulturen ersetzen sich nicht, sie erzeugen einander. Das Buch hat der lateinamerikanischen Theorie den Gegensinn gegeben, bevor Hybridität zum Schulwort wurde.
Inhalt
Ortiz schreibt eine historische Rhapsodie, keine Monographie. Tabak raucht man, Zucker isst man; Tabak ist Ritual und Freiheit der Mischung, Zucker ist Weltmarkt und Peitsche. Die Kontraponierung ist barock und genau: Jede Ware trägt eine Gesellschaft. Gegen Mariáteguis Anden setzt Ortiz die Insel, gegen Galeanos Adern die Behauptung, dass der Kontinent nicht nur blutet, sondern mischt. Die Transkulturation – gegen Akkulturation, die den Indio zum Europäer machen will – ist der Begriff, den Rama später in die Stadt der Buchstaben holt und Canclini in die Hybridkulturen der Grenze.
Das Buch steht vor der Revolution und hat sie überlebt, weil es Kuba nicht als Zuckerinsel der Propaganda las. Wer nur das Wort Transkulturation kennt, hat den Gegensinn von Tabak und Zucker nicht gelesen. Wer nur die Waren sucht, unterschlägt die Theorie der Mischung, die Ortiz an der afrokubanischen Kultur schon geübt hatte. James’ Jakobiner bleiben der haitianische Nachbar derselben Karibik: dort die Revolution, hier die Ware als Kultur. Borges’ Fiktionen sind der andere lateinamerikanische Slot – Labyrinth, nicht Plantage; Ortiz gibt die Insel, die Borges nicht brauchte.
Die Grenzen liegen im Barock der Prosa, der Soziologen ungeduldig macht, und in der Gefahr, Tabak zur Freiheit zu romantisieren. Ortiz weiß, dass auch der Tabak Herrschaft kennt. Die Wirkung ist die eines Wortes, das die Kulturwissenschaft der Welt genommen hat, oft ohne Kuba. Das Buch bleibt der Ort, an dem Mischung nicht als Verlust der Reinheit, sondern als Erzeugung gelesen wird.
Einordnung
Ortiz hat der lateinamerikanischen Theorie die Transkulturation hinterlassen. Neben Mariátegui, Rama und Canclini steht dieser Band als der kubanische Gegensinn, ohne den Hybridität ein Import wäre. Die Wirkung reicht in jede Debatte über Mischung und Kolonie. Wer nach 1940 Transkulturation sagt, spricht Ortiz. Tabak und Zucker sind mehr als Waren; sie sind die zwei Kuba, die einander erzeugen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.