Eines Menschen Flügel

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Andreas Eschbach · 2020 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Eines Menschen Flügel
Autor(en): Andreas Eschbach
Originaltitel: Eines Menschen Flügel
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2020
Schlagwörter: Flügel, Planet, Ahnen, Imperium
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bastei Lübbe


Umfang dieser Ausgabe: 1257 Seiten
ISBN: 9783404209767
Verweise

Eines Menschen Flügel ist der 2020 bei Bastei Lübbe erschienene Roman von Andreas Eschbach. Auf einem fernen Planeten leben Menschen mit Flügeln in Nestern auf Riesenbäumen, weil der Boden von einer unsichtbaren Lebensform bedeckt ist, die Tiere tötet. Der Himmel bleibt hinter einer Wolkenschicht verborgen; Sterne sind Sage. Eschbach erzählt, wie ein Außenseiter diese Schicht durchstößt und welche Macht danach die alte Ordnung verteidigt. Der Band spielt im selben Weltgefüge wie Die Haarteppichknüpfer und Quest, lässt sich aber allein lesen. 2021 erhielt er den Kurd-Laßwitz-Preis als bester deutschsprachiger Zukunftsroman.

Inhalt

Vor mehr als tausend Jahren flüchteten fünfzehn Wissenschaftler, die späteren Ahnen, auf einen Planeten, den die übrige Galaxis für unbewohnbar hält. Den Boden bedeckt der Margor, unsichtbar und oft tödlich; nur an Fels, Hang und fließendem Wasser ist Stehen möglich. Die Ahnen gaben ihren Kindern Flügel aus dem Erbgut einheimischer Pfeilfalken und verboten die alte Technik, damit das Imperium die Siedlung nie fände. Seither leben die Nachfahren als Nestler in Baumwohnungen, als Nestlose in wandernden Verbänden, gebunden an die Großen Bücher: Regeln der Ahnen über Abstammung, Handel, Heilkunde und das, was man nicht wissen soll. Der junge Owen träumt von den Sternen, die niemand gesehen hat. Nach Jahren des Übens durchstößt er als Erster die Wolkenschicht und sieht den Nachthimmel.

Owen erzählt, was er gesehen hat. Die geheime Bruderschaft, die über die Einhaltung der Bücher wacht, sät Zweifel: Owen habe gelogen, der Himmel sei unerreichbar, die Ordnung stehe über der Neugier. Owen versucht den Flug ein zweites Mal und stürzt zu Tode. Sein Sohn Oris schwört, den Namen des Vaters reinzuwaschen, und sucht die Bruderschaft. Eschbach wechselt mit jedem Kapitel die Stimme: Einmal Nestlerin, einmal Händler, einmal Bruder, einmal jemand vom Imperium, das von den Geflügelten nichts weiß. Keine Perspektive kehrt wieder; die Welt setzt sich aus lauter einmaligen Blicken zusammen. Oris erfährt, dass die Ahnen nicht nur beschützt, sondern auch verborgen haben, und dass Frieden auf Unwissenheit ruht.

Die Suche setzt eine Kette in Gang, die Nester, Bruderschaft und schließlich das Imperium erreicht. Was als idyllisches Baumleben begann, erweist sich als Experiment mit Haltbarkeitsdatum: Genetische Regeln, versteckte Technik, eine Lüge über den Himmel. Oris wird nicht zum Eroberer, aber er macht unumkehrbar, was Owen angefangen hat. Der Roman ist lang, geduldig, oft alltagsnah – Jagd, Tausch, Streit in den Nestern –, und er spart die große Schlacht nicht als Lösung auf. Am Ende steht die Frage, ob eine Menschheit, die fliegen kann, das Recht hat, unsichtbar zu bleiben, und was es kostet, sichtbar zu werden. Eschbach lässt die Antwort in vielen Mündern, nicht in einem Lehrsatz.

Einordnung

Eschbach hat nach den Haarteppich-Büchern eine eigene, abgeschlossene Welt gebaut, die nur durch Namen und Imperium an jene anschließt. Der Reiz liegt nicht im Wunder der Flügel, sondern in der Verwaltung des Wunders: Wer darf fliegen, wer darf wissen, wer darf den Boden berühren. Gegen die knappen, aphoristischen Zukunftsromane der Klassik setzt er Breite, Alltagsstimmen, ein Register von Berufen. Der Wechsel der Erzähler verhindert die eine Heldenlinie; Owen stirbt in der Buchmitte, und das ist Absicht. Der Kurd-Laßwitz-Preis hat den Band als deutschsprachiges Hauptwerk des Jahres 2020 markiert.

Kritiker haben die Länge getadelt und die Erfindung gelobt. Beides trifft: Manche Kapitel dienen der Welt mehr als der Spannung, und gerade darin liegt der Ehrgeiz, eine Zivilisation glaubhaft zu machen, bevor sie bricht. Wer nur das Imperium aus den früheren Büchern sucht, findet es spät; wer einen reinen Abenteuerroman über das Fliegen erwartet, findet Regeln, Sippen und die Langsamkeit des Zweifels. Nach diesem Buch ist der geflügelte Mensch bei Eschbach keine Metapher mehr, die man in einem Satz abtun kann, sondern eine Gesellschaft mit Boden, den sie nicht betreten darf.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.