Autor:Edmund de Waal

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Edmund de Waal (geb. 1964), in Nottingham geboren, hat als Töpfer die geerbten Netsuke – japanische Miniaturschnitzereien aus Holz und Elfenbein – zum Faden einer jüdischen Familiengeschichte gemacht. Der Hase mit den Bernsteinaugen folgt der Sammlung Ephrussi von Odessa über Paris und Wien nach Tokio und London; der Hase gibt der Sammlung ein Gesicht.

Leben

Pfarrhaus, Keramik in England und Japan, Cambridge, dann die Werkstatt, in der Gefäße in Reihen stehen. Der Umweg ist die Erbschaft von 264 Figuren: Wer Ton formt, liest Dinge als Träger von Berührung, nicht als Katalognummern. Aus der Spur der Netsuke wurde keine Feier der Weltläufigkeit, sondern ein Bericht vom Verlust, von Charles Ephrussi in Paris bis zur Haushälterin, die die Schnitzereien in der Matratze durch die NS-Zeit rettete. De Waal lebt in London und stellt weiterhin Porzellan aus.

Wirkung

De Waal hat eine Kunstsammlung zur Familienerkundung gemacht, näher bei der Erinnerungsprosa als beim Gesellschaftsroman. Das Verfahren – ein Objekt, fünf Generationen – widerspricht dem Irrwitz der Enteignung, indem es bei Kauf, Versteck und Werkstatt bleibt. Wien verteilte 2021 hunderttausend Exemplare; eine Ausstellung und ein Musical nahmen den Hasen auf. Die Feuilletons feierten die Kartografie des Erinnerns, Kritik nannte Ungenauigkeiten; beides kann nebeneinander stehen, wenn man den Text nicht als Akte des Bankhauses liest.

Als Roman im engen Sinn gilt das Buch nicht, auch wenn es erzählt wie einer. Wer nach 2010 über Restitution, Wien und Dinge, die überleben, sprach, hatte diesen Hasen in der Hand. Wer nur das rührende Erbstück sieht, unterschlägt Odessa, den Antisemitismus der Dritten Republik und die Wiener Arisierung. Wer nur die Anklage sucht, unterschlägt den Töpfer, der die Figuren zählt und nicht besitzt, als wären sie nur Geld.

Werke

In Auswahl außerdem: Die weiße Straße, Briefe an Camondo.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.