Dilich-Chronik

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Wilhelm Dilich · 1604 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Dilich-Chronik
Autor(en): Wilhelm Dilich
Originaltitel: Urbis Bremae et praefecturarum, quas habet, Typus et Chronicon
Originalsprache: lateinisch
Erstveröffentlichung: 1604
Schlagwörter: Bremen, Stadt, Karte, Reich
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Wilhelm Wessel


Umfang dieser Ausgabe: 291 Seiten
ISBN:
Verweise


Die Dilich-Chronik ist das 1603 und 1604 in Kassel bei Wilhelm Wessel gedruckte illustrierte Stadtporträt Bremens, benannt nach dem Zeichner und Verfasser Wilhelm Dilich. Der lateinische Titel der maßgeblichen Ausgabe lautet Urbis Bremae et praefecturarum, quas habet, Typus et Chronicon, Bild und Chronik der Stadt Bremen und ihrer Herrschaftsbereiche. Das Werk entstand in einer Phase des Wohlstands vor dem Dreißigjährigen Krieg, als Bremen die Reichsunmittelbarkeit betrieb. 1605 gingen 288 Exemplare an die Stadt. Den Chroniktext schrieb der Ratsherr und spätere Bürgermeister Heinrich Krefting neu, wollte als Autor aber unerkannt bleiben. Ein deutscher Probedruck von etwa 1605 blieb ohne Auflage und ohne Chronikteil.

Inhalt

Das Buch schreibt gegen die Hoheit des Erzbistums und gegen jede Darstellung, die Bremen als Landstadt unter fremder Gewalt erscheinen ließe. Dilich hatte 1596 gezeichnet und mit dem Rat gesprochen; 1602 legte er ein kleines Duodezbändchen Urbis Bremae Typus et Chronicon vor. Krefting beanstandete den Text und gründete die Rechtsstellung der Stadt auf Urkunden: freie Reichsstadt außerhalb der erzbischöflichen Gewalt. Zugleich zog er das Landgebiet in die Darstellung, um den städtischen Herrschaftsanspruch zu befestigen. Der Aufbau blieb: Widmung an den Rat, Vorrede an den Leser, in manchen Exemplaren ein Lobgedicht von Hermann Meier, dann 291 paginierte Seiten über Lage, Hafen, Bauwerke und Geschichte, alles lateinisch, in klarer Antiqua.

Die Behauptung entfaltet sich in den Tafeln so sehr wie im Wort. Zweiundzwanzig radierte Karten und Stadtansichten und zwei Holzschnitte sind zwischen die Textseiten geheftet, ungewöhnlich in Radierung statt Kupferstich. Dilich gilt als überdurchschnittlich zuverlässig; er zeichnete vor Ort oder arbeitete mit bremischen Vorlagen, darunter Christian von Apen. Die Karten zeigen Norddeutschland, die Unterweser, den stadtbremischen Landbesitz, Vieland, Hollerland, Blumenthal, Bederkesa. Stadtpläne und Vogelschauen rekonstruieren das mittelalterliche Bremen und halten das gegenwärtige fest: Markt, Roland, Domtürme, Herrlichkeitzwinger, die Schlacht bei Drakenburg. Frühe Ausgaben fügen Porträts und Trachten hinzu. Topographie und Chronik dienen demselben Zweck: sichtbar zu machen, was die Stadt zu sein beansprucht.

Unsicher wird das Werk, wo Rekonstruktion und Anspruch sich vermengen. Die Ansicht für das Jahr 1300 lässt die Große Weserbrücke weg, weil der Chroniktext eine späte Brücke behauptet; Trachten gehören eher dem frühen sechzehnten Jahrhundert. Kreftings Anonymität schützt den Rat und verdunkelt die Autorschaft. Dilich weiß, dass er im Auftrag arbeitet, und beharrt auf der Anschauung. Der Ton des Textes ist der der gelehrten Chronik, der der Bilder der Ingenieurkunst. Bettina Schleier und Herbert Schwarzwälder haben Entstehung und Tafeln aufgearbeitet; ohne sie wäre das Buch eine lokale Merkwürdigkeit geblieben, mit ihnen ist es eine Hauptquelle für das Aussehen Bremens um 1600.

Einordnung

Als Stadtchronik mit Atlas steht die Dilich-Chronik in der Reihe frühneuzeitlicher Städtelob und Landesaufnahmen, die Recht in Bildern befestigen. Nachbarschaft hat sie zu Dilichs hessischen Werken, namentlich der Synopsis totius Hassiae, und zu späteren Bremer Geschichten, die ihre Ansichten als älteste zuverlässige Abbildungen nutzen. Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen hat ein Exemplar digitalisiert; der Blick auf den Markt und den Roland geht heute durch diese Radierungen.

Geblieben ist das Doppelgesicht von Bild und Anspruch. Wer Bremen um 1600 sehen will, sieht Dilichs Stadt; wer die Reichsfreiheit Bremens verstehen will, liest Kreftings Urkundenpolitik zwischen den Tafeln. Die Chronik ist Propaganda und Vermessung zugleich, und gerade deshalb nicht zu ersetzen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.