Die Powenzbande

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Ernst Penzoldt · 1930 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Powenzbande
Autor(en): Ernst Penzoldt
Originaltitel: Die Powenzbande
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1930
Schlagwörter: Kleinstadt, Schelmenstück, Familie, Krieg
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 283 Seiten
ISBN: 9783518398326
Verweise


Die Powenzbande ist der 1930 erschienene Roman von Ernst Penzoldt, mit dem Untertitel Zoologie einer Familie. In dem Städtchen Mössel an der Maar, voller Rentner und Pfarrerswitwen, bleibt ein Bahnreisender in der Weinstube kleben und gründet eine laute, tätowierte, erfinderische Kinderschar, der die Bürger jede Schandtat zutrauen. Penzoldt, Bildhauer und Schriftsteller, hat einen der wenigen deutschen Schelmenromane des Jahrhunderts geschrieben: liebevoll zu den Grobianen und zu den Feinen, ohne die einen zu heiligen. Das Manuskript liegt in Marbach, auf Endlospapier gerollt wie ein Papyrus. 1973 wurde daraus eine Fernsehserie.

Inhalt

Baltus Powenz steigt in Mössel aus, wird Bademeister, Fahr- und Gesangslehrer, Erfinder eigener Vergangenheiten, Konstrukteur eines Automobils, Poet, Musiker, Fabrikant von Scherzartikeln und Feuerwerk. Mit der „selten liebevollen“ Sabina hat er sieben Söhne und die Tochter Lilith, eine kopf- und lautstarke Schar, arm an allem außer Geist, heilig nur dem Leben, die Existenz eine Notwendigkeit. Die Rechtschaffenen taufen sie Powenzbande. Der Kleinkrieg beginnt förmlich, als die Stadt Baltus den Bauantrag verweigert, den er auf neunhundertneunundneunzig gesammelte Backsteine und einen Vorgriff auf künftige Reserven stützt. Es folgen Knabenschlachten auf der Heide, Gemüse gegen Unkraut in Nachbars Beeten, Flöhe in gelüfteten Teppichen, Hausdurchsuchungen, die den Flexiblen wenig anhaben.

1914 unterbricht ein größerer Krieg den kleinen. Die Powenze stellen die Scherzartikel auf Kaiserköpfe und Kriegsfolklore um. Die erwachsenen Männer rücken ein, Sabina, Lilith und die Jüngsten Jadup und Jubal führen den Betrieb. An der Front trifft sie der Erzähler wieder, der in Mössel zu den Feinen gehört und Penzoldt heißt. Die Brüder nutzen den Krieg als Abenteuer und Sammelgelegenheit; den künstlerischen Violand retten sie betrunken aus der Verwundung und bergen dabei teuren Wein aus den Ruinen von La Ferme Trouchy. Kurz vor Kriegsende lässt Baltus auf schwarz-rot-goldene und rote Fahnen umstellen. Nachher spekuliert er mit Devisen, Lilith schlägt Kapital aus ihrem schlechten Ruf, Fabian gründet die Kirche des Heiligen Schlafes. Jadup entführt ein Ballonfahrer nach Berlin, was die Erde der Familie vor allem als Untätigkeit tadelt.

Ein amerikanischer Onkel Melchior stirbt; das Gerücht eines Dollarerbes macht die Powenze hoffähig, die Stadt schenkt das einst verweigerte Grundstück. Baltus tauscht es in die Nachbargemeinde und baut endlich das Haus. Das Erbe ist in der Tat millionenschwer – im Minus. Drei Tage nach dem Richtfest, immer noch in der Ankunftsjacke, heiter und angetrunken, erschlägt ein Meteorit Baltus auf dem Spaziergang. Die Söhne umzäunen den Stein und nehmen Eintritt. Der Erzähler hat diesen Tod an den Anfang gestellt und holt die Zoologie nach: Jeder Powenz in seinen Merkwürdigkeiten, die Gegner ebenso, ohne Urteil, das die Komödie töten würde. Heilig ist das Leben; die bürgerliche Norm daneben ein missverstandenes Fest.

Einordnung

Penzoldt hat das Wort Tomoffel erfunden und in der Powenzbande eine Familie, die das Bürgerliche nicht stürzt, sondern bewohnt, als wäre es ein Missverständnis. Der Erzähler bleibt Beobachter unter den Feinen, tritt nur in Krieg und Liebe zu den Powenzen und nimmt sich selbst auf die Schippe. Christian Klein hat das Werk in der Biographie als Harmonie aus Widersprüchen gelesen. Es steht abseits der Neuen Sachlichkeit und abseits der Blut-und-Boden-Idylle: Kleinstadt als Gehege, Schelmen als Überlebensform, der Weltkrieg als Unterbrechung und Geschäft.

Michael Brauns fünfteilige ARD-Serie von 1973 mit Gustav Knuth, Ruth Maria Kubitschek, Helga Anders und anderen hat die Bande ins Fernsehgedächtnis der siebziger Jahre gebracht. Suhrkamp hat den Roman als Taschenbuch gehalten. Wer nach Penzoldt über deutsche Komödie zwischen den Kriegen spricht, spricht hinter Mössel: hinter den neunhundertneunundneunzig Steinen und hinter dem Meteoriten, für den man Eintritt nimmt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.