Die Maske des Roten Todes
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Maske des Roten Todes |
| Autor(en): | Edgar Allan Poe |
| Originaltitel: | The Masque of the Red Death |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1842 |
| Schlagwörter: | Seuche, Maskenfest, Abtei, Farbe |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 103 Seiten |
| ISBN: | 9783150146088 |
| Verweise | |
Die Maske des Roten Todes ist eine Erzählung von Edgar Allan Poe, 1842 in Graham's Magazine erschienen, englisch The Masque of the Red Death. Prinz Prospero sperrt sich mit Tausend Rittern und Damen in eine Abtei, während draußen eine Seuche in halber Stunde tötet, mit Schmerz, Schwindel, porösem Blut auf Haut und Gesicht. Drinnen wird ein Maskenfest gegeben, in sieben Zimmern sieben Farben; in das siebte, schwarz mit scharlachroten Scheiben, will niemand. Poe hat die Pest nicht medizinisch, sondern als Figur geschrieben, die ohne Einladung kommt und den Wirt beim Namen tanzt. Reclam legt den Text mit anderen unheimlichen Geschichten vor; die Titelgeschichte bleibt die kürzeste und geschlossenste.
Inhalt
Der Rote Tod hat das Land leergefegt. Prospero, glücklich, kühn, geschmackssüchtig, lädt die Gesunden seiner Nähe in eine gezinnte Abtei, schweißt die Tore, füllt Vorräte, lässt außen den Rest. Nach fünf oder sechs Monden gibt er ein Maskenfest von einer Pracht, die seine eigene Laune ist. Die Suite der sieben Räume liegt nicht in der Geraden, sondern geknickt, sodass der Blick nie mehr als ein Zimmer fasst. Blau, purpurn, grün, orange, weiß, violett; das letzte schwarz, die Fenster scharlach, in ihm eine große Ebenholzuhr, deren Pendel so schwer schlägt, dass die Musik und das Lachen jedes Mal innehalten, bis die Schläge verhallt sind. Die Masken sind grotesk, die Gäste trunken von der Erlaubnis, sich zu verkleiden, solange die Uhr schweigt.
Um Mitternacht steht unter den Masken eine Gestalt, die niemand eingeladen hat: das Leichentuch, das Gesicht die Maske der Seuche selbst, die Stirn und das Ganze von dem scharlachenen Blutstropfen gezeichnet, den der Rote Tod als Siegel trägt. Prospero, zornig über die Anmaßung, verlangt, man solle die Figur unmaskieren und henken. Niemand rührt sie an. Der Prinz zieht den Dolch, jagt sie durch die Zimmer bis ins schwarze, greift zu; die Klinge fällt, er fällt tot. Die Gäste stürzen die Gestalt, reißen nach dem Leichentuch und dem Maskengesicht und finden darunter nichts. Die Uhr bleibt stehen, die Feuer erlöschen. Der Rote Tod herrscht über alles.
Poe braucht wenige Seiten und keine Psychologie des Prinzen über den Geschmack hinaus. Die sieben Zimmer hat man als Lebensalter gelesen, die Uhr als Zeit, das Schwarz-Scharlach als Grab. Die Erzählung trägt die Deutung, weil sie sie nicht ausspricht. Prospero, der Name aus Shakespeares Sturm, ist hier kein Magier der Insel, sondern ein Wirt, der die Tür gegen den Tod schweißt und ihn als Kostüm hereinlässt. Die Gäste sterben in der Haltung des Festes. Draußen war längst dasselbe; drinnen hat es nur länger gedauert und schöner ausgesehen.
Einordnung
Poe hat 1842, zwischen den Detektivstücken um Dupin und den Untergangsprotokollen wie Die Grube und das Pendel, eine Allegorie geschrieben, die als Festbeschreibung beginnt und als Satz endet: Der Tod lässt sich nicht ausladen. Gegen die große Pestliteratur, Boccaccio, Defoe, steht hier keine Gesellschaft der Erzählenden, sondern eine der Tanzenden, und sie kommt nicht davon. Die amerikanische Schauererzählung hat in den sieben Zimmern ein Muster der Farben und der Uhr gefunden, das bis in die Filmkostüme reicht; Roger Corman drehte 1964 eine freie, üppige Fassung mit Vincent Price.
Reclams Bändchen stellt die Maske neben Die Tatsachen im Fall Waldemar und Der entwendete Brief; die Nachbarschaft zeigt Poes Breite: Mesmerismus, Logik, Pest. Die Titelgeschichte braucht keine Detektion. Wer nach Seuchenbüchern des neunzehnten Jahrhunderts sucht, findet hier nicht den Arzt, sondern den Fürsten, der glaubt, Geschmack ersetze Solidarität. Die Abtei ist dicht, die Zimmer sind schön, die Uhr schlägt, und was hinter der Maske ist, ist niemand. Genau das ist die Pointe: Der Tod hat kein Gesicht unter dem Gesicht. Er ist das Kostüm und der, der es trägt, in einem.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
