Die Heiden von Kummerow

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Ehm Welk · 1937 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Die Heiden von Kummerow
Autor(en): Ehm Welk
Originaltitel: Die Heiden von Kummerow
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1937
Schlagwörter: Dorf, Jungen, Kirche, Vorpommern
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hinstorff


Umfang dieser Ausgabe: 480 Seiten
ISBN: 9783356023633
Verweise

Die Heiden von Kummerow ist der 1937 bei Ullstein erschienene Roman von Ehm Welk. Ein pommersches Dorf vor dem Ersten Weltkrieg, eine Jungenschar, ein Pastor, der sie zu gottesfürchtigen Untertanen machen will, und Bräuche, die älter sind als die Kanzel. Welk hat Biesenbrow bei Angermünde im Sinn gehabt und den Namen vom Nachbardorf an der Welse geliehen. Unter der NS-Herrschaft erreichte das Buch eine Auflage von siebenhundertdreißigtausend, in der DDR erschien es jährlich neu, im Westen nahm der Bertelsmann-Lesering es 1959 auf; die Gesamtauflage liegt über einer Million. Es ist eine heitere Dorferzählung, die Ungerechtigkeit nicht ausspart.

Inhalt

Martin Grambauer, zehn, Bauernsohn, steht im Mittelpunkt von zweiundzwanzig Kapiteln, die von Palmarum bis Michaelis eines Jahres zwischen 1900 und 1910 reichen. Pastor Breithaupt und der Lehrer wollen aus Martin und seinen Freunden regierungstreue Christen machen. Die Jungen taufen heidnisch, opfern Martinsgänse nach eigenem Ermessen, beschwören die Finsternis und lernen unter dem Baum der Erkenntnis, was die Schule nicht meint. Streiche, Spiele, Kämpfe untereinander und das Verhältnis zu den Erwachsenen tragen die Episoden. Die Eltern halten zu den alten Bräuchen oft stillschweigend mehr als zur Kanzel. Kummerow ist klein, die Hierarchie ist es nicht: Hof, Kirche, Behörde.

Zentrales Ereignis ist die Ächtung eines Tierquälers durch die Jungen. Sie richten, wo die Erwachsenen wegsehen, und der Kuhhirte des Dorfes steht ihnen bei. Daraufhin wird der Hirte selbst Opfer der Obrigkeit, die den Frieden der Höfe höher stellt als die Gerechtigkeit der Kinder; die Solidarität verhindert nicht, dass er die Gemeinde verlassen muss. Martin sieht, dass Mut vor dem Quäler nicht vor dem Amt schützt. Die Kapitel bleiben einzeln lesbar, wie Dorfgeschichten, und fügen sich doch zu einem Sommer, nach dem der Hirte fehlt. Johannes, der Freund, und Gottlieb Grambauer, der Vater, treten so auf, dass spätere Bände sie weiterschreiben können.

Welk erzählt im Ton der Zuwendung, nicht der Verklärung. Die Jungen sind roh und gerecht nach ihrer Faust; die Kirche ist mächtig und oft lächerlich; die Armut auf den Höfen ist Alltag. Der Roman endet, wenn das Kirchenjahr den Herbst erreicht, ohne dass aus den Heiden Christen geworden wären. Geändert hat sich, dass einer weniger im Dorf ist, und dass Martin das weiß.

Einordnung

Trotz des Hangs zur Idylle gibt der Band einen genauen Blick auf die Provinz im Kaiserreich: Wer die Macht hat, wer den Hirten jagen darf, wer auf dem Hof bleibt. Die Heiterkeit ist die Form, nicht die Aussage; ohne sie hätte keiner der drei deutschen Staaten so lange gekauft, mit ihr haben alle drei überlesen, was ihnen nicht passte. Dass dasselbe Buch im Nationalsozialismus, in der DDR und in der Bundesrepublik Massenauflagen hatte, sagt etwas über den Ton, der keiner Seite ganz gehört. Welk, später in der DDR geachtet, hat 1943 mit Die Gerechten von Kummerow nachgelegt, sozial schärfer, und 1938 in Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer den Vater zur Jahrhundertfigur gemacht; 1952 blickt der erwachsene Martin zurück. Die Heiden bleiben das Buch, das man zuerst nennt.

Werner Jacobs verfilmte 1967 als deutsch-deutsche Gemeinschaftsarbeit Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche, gedreht auf Rügen; die DEFA holte 1982 die Gerechten nach. Seit 2013 spielen die Darß-Festspiele Episoden, zum Teil auf Plattdeutsch. Wer den Roman nur als lustige Jungenschar liest, hat den Hirten vergessen. Wer ihn nur als Anklage liest, hat den Witz nicht gehört, ohne den Kummerow nicht atmet. Die angegebene Ausgabe ist die greifbare von Hinstorff; in der DDR trug denselben Text der Aufbau-Verlag von Jahr zu Jahr.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.