Die Gesellschaft der Singularitäten
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die Gesellschaft der Singularitäten |
| Autor(en): | Andreas Reckwitz
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2017 |
| Schlagwörter: | Singularität, Kultur, Klasse, Spätmoderne |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 480 Seiten |
| ISBN: | 9783518587065 |
| Verweise | |
Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne ist das 2017 bei Suhrkamp erschienene Buch von Andreas Reckwitz. Die soziale Logik der Spätmoderne, so die These, verschiebt sich vom Allgemeinen zum Besonderen: nicht mehr das Standardisierte trägt Status, sondern das, was als einzigartig gilt.
Inhalt
Reckwitz unterscheidet eine soziale Logik des Allgemeinen, die das 20. Jahrhundert industriell und wohlfahrtsstaatlich geprägt hat, von einer Logik des Besonderen, die seit den siebziger und achtziger Jahren die Leitsektoren umstellt. Kultur, Kreativität, digitale Sichtbarkeit, die Stadt als Bühne: Wert entsteht, wo Dinge, Orte, Lebensläufe als singulär wahrgenommen werden. Das gilt für den Arbeitsmarkt der Akademiker ebenso wie für den Tourismus, die Ernährung, die Partnersuche. Die alte Mittelklasse der industriellen Moderne gerät unter Druck; eine neue, akademisch-urbane Mitte sammelt kulturelles Kapital im Besonderen, während Dienstleistung und Logistik die unsichtbare andere Seite der Singularisierung bleiben. Klasse verschwindet nicht, sie kulturellisiert sich.
Das Buch ist Gesellschaftstheorie als Zeitdiagnose, mit Typen, die seither in Feuilletons wandern. Reckwitz schreibt gegen die Vorstellung, Individualisierung sei bloße Befreiung: Singularität ist eine soziale Erwartung, die erschöpft, vergleicht, auszeichnet und ausschließt. Wer nicht einzigartig genug erscheint, fällt aus der Sichtbarkeit. Der Kapitalismus, der hier beschrieben wird, verkauft keine Massenware allein; er verkauft Authentizität, Atmosphäre, das Unverwechselbare – und erzeugt gerade dadurch neue Standardisierungen des Besonderen. Die Gefahr der Glätte liegt in den Typen selbst: Hyperkultur gegen Kulturessenzialismus, Gewinner der Einzigartigkeit gegen die, die sie bedienen.
Die Wirkung lag in der Geschwindigkeit, mit der das Vokabular öffentlich wurde. Seminare der Soziologie und der Kulturwissenschaft haben den Band zum Schlüssel der Jahre nach 2015 gemacht, oft neben Das Ende der Illusionen, das die politischen Folgerungen nachträgt. Die Kritik nannte die Klassenanalyse zu skizzenhaft, die Ökologie zu blass, die Typen zu glatt für Konflikte, die nicht in Kulturkämpfe aufgehen. Reckwitz hat später nachgelegt, ohne die Pointe von 2017 preiszugeben: dass die Spätmoderne nicht das Ende der Moderne ist, sondern deren Umschrift ins Besondere.
Einordnung
Ohne dieses Buch bleibt die Rede von Individualisierung eine Moral der Wahl. Reckwitz hat der deutschen Soziologie ein Organon gegeben, das Bourdieu’sche Kapitaltheorie und Zeitdiagnose verbindet, ohne die feinen Unterschiede nur zu wiederholen. Wer nach 2017 von Lebensstil, Abstiegsangst oder Polarisierung spricht, ohne zu fragen, welches soziale Gut das Besondere geworden ist, spricht hinter diesem Band.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
