Die Elenden

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Elenden
Autor(en): Victor Hugo
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Artemis & Winkler
Serie:
Erscheinungsjahr: 1862
Seitenanzahl: 936 Seiten
Originaltitel: Les misérables
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3411160349
ISBN-13/

EAN-Code:

9783411160341
Schlagwörter: Armut, Gerechtigkeit, Paris, Barrikaden
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Die Elenden (französisch Les misérables) ist der 1862 erschienene Hauptroman von Victor Hugo. Das in fünf Teile gegliederte Werk entstand mit langen Unterbrechungen ab 1845 und wurde zu einem der weltweit verbreitetsten Romane des 19. Jahrhunderts.

Inhalt

Nach neunzehn Jahren Bagno wird Jean Valjean entlassen, der einst wegen eines gestohlenen Brotes verurteilt und wegen Fluchtversuchen immer wieder länger festgehalten wurde. Mit dem gelben Ausweis des Sträflings findet er nur verschlossene Türen, bis ihn Bischof Myriel aufnimmt. Valjean stiehlt dessen Silber, wird gefasst – und der Bischof erklärt das Silber vor der Polizei zum Geschenk. Diese eine Handlung kehrt sein Leben um: Unter dem Namen Monsieur Madeleine wird er Fabrikant, Wohltäter und Bürgermeister einer nordfranzösischen Kleinstadt.

Parallel erzählt Hugo den Abstieg der Arbeiterin Fantine, die wegen ihres unehelichen Kindes entlassen wird, Haar und Zähne verkauft und im Spital stirbt, während ihre Tochter Cosette bei den Gastwirten Thénardier geschunden wird. Valjean gibt seine Existenz auf, um einen mit ihm verwechselten Unschuldigen vor dem Zuchthaus zu bewahren, entkommt erneut, holt Cosette aus der Schenke und zieht mit ihr unter falschem Namen nach Paris. Hinter ihm bleibt der Polizist Javert, für den das Gesetz keine Ausnahme kennt und der einen begnadigten Verbrecher für einen Widerspruch in sich hält.

Im letzten Drittel laufen die Fäden in den Pariser Aufstand von 1832 zusammen. Cosette und der republikanische Student Marius verlieben sich, Valjean kämpft gegen die Angst, sie zu verlieren, und geht doch auf die Barrikade, um Marius zu retten – er trägt den Schwerverwundeten kilometerweit durch die Kloaken der Stadt. Javert, dem Valjean auf der Barrikade das Leben geschenkt hat, erträgt den Zusammenbruch seiner Ordnung nicht und geht in die Seine. Valjean ermöglicht die Heirat, zieht sich schweigend zurück und stirbt, als das Paar endlich begreift, wem es alles verdankt.

Einordnung

Hugo verbindet die Lebensgeschichte eines Ausgestoßenen mit einem Panorama aus Restauration, Julirevolution und Arbeiteraufständen und schaltet dazu breite Exkurse über Waterloo, das Kloster, das Argot und die Pariser Abwässer. Das Buch ist Roman und Anklageschrift in einem: Es führt vor, wie Strafrecht, Armut und Prostitution Menschen erzeugen, die die Gesellschaft anschließend verachtet. Die Wirkung reicht von zahlreichen Verfilmungen bis zu einem der erfolgreichsten Musicals der Theatergeschichte.