Die Brücken der Freiheit
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Brücken der Freiheit |
| Autor(en): | Ken Follett |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Bastei Lübbe |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1995 |
| Seitenanzahl: | 544 Seiten |
| Originaltitel: | A Place Called Freedom |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3404172310 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783404172313 |
| Schlagwörter: | Schottland, Leibeigenschaft, Flucht, Virginia |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die Brücken der Freiheit ist der 1995 erschienene historische Roman von Ken Follett, im Original A Place Called Freedom. Der deutsche Titel hat aus einem Ort eine Metapher gemacht; Follett erzählt die Flucht eines schottischen Bergmanns durch drei Unfreiheiten hindurch: die Grube, London, die Pflanzung in Virginia. Das Buch erschien deutsch bei Lübbe, übersetzt von Till R. Lohmeyer und Christel Rost, und steht neben den Kathedralenromanen als weltlicher, härterer Follett: weniger Stein, mehr Kette. Historisch stützt er sich auf die Leibeigenschaft der schottischen Köhler, den Streik der Londoner Kohlelöscher und die Deportation nach Amerika. Es ist kein erbauliches Auswandererbuch, sondern die Geschichte eines Mannes, dem Freiheit jedes Mal neu genommen wird.
Inhalt
Im Winter 1767, im fiktiven Heugh in den schottischen Lowlands, widerspricht der Feuerwehrmann Malachi Mack McAsh dem Grundherrn Sir George Jamisson: Das Handgeld an die Eltern, das ein Kind auf Lebenszeit an die Grube bindet, habe kein Recht. Mack wird verhaftet, flieht und wird von Elizabeth Lizzie Hallim aus dem eisigen Fluss gezogen, der Adligen aus High Glen, die den Kohleabbau auf ihrem Land nicht will. Die Jamissons zerfallen unterdessen: Der jüngere Sohn Jay wird gegenüber dem Halbbruder Robert zurückgesetzt, versucht ihn auf der Jagd zu töten und gewinnt dennoch Lizzies Hand, weil Sir George den Älteren mit ihr verheiraten wollte. Mack erreicht London und löscht Kohle an der Themse; als die Wirte um Sidney Lennox den Lohn schmälern, organisiert er die Arbeit selbst und führt einen Streik. Die Jamissons stellen ihm eine Falle; er soll hängen, Lizzie erwirkt die Begnadigung zur Deportation nach Amerika.
Lizzie und Jay erhalten als Hochzeitsgabe die heruntergekommene Tabakpflanzung Mockjack Hall in Virginia. Sir George will in Wahrheit Lizzies schottischen Boden, unter dem Kohle liegt; Jay unterschreibt hinter ihrem Rücken den Abbau. Mack überlebt die Überfahrt im Zwischendeck und wird als Unfreier ausgerechnet an die Jamissons verkauft. Lennox, wegen Hehlerei ebenfalls deportiert, wird Aufseher. Lizzie, schwanger und Jay zunehmend fremd, setzt durch, dass Mack im Haus arbeitet. Sie bringt ein totes Kind zur Welt, ertappt Jay beim Betrug und bei anderen Frauen und flieht mit Mack nach Westen. Jay ist bankrott: Der Bruder Robert hat ihm den Kredit gegeben, der Vater ist in London tot, das Erbe geht an ein Enkelkind, das innerhalb eines Jahres geboren wird. Weil Jay nur mit Lizzie ein legitimes Kind zeugen oder sie beseitigen kann, hetzt er ihr nach.
Im Gebirge kommt es zur letzten Begegnung. Indianische Führer haben Mack und Lizzie den Weg gezeigt; Jay stirbt im Kampf. Der Roman schließt nicht mit einer Heimkehr nach Schottland, sondern mit dem Bau einer Hütte: ein Ort, der Freiheit heißen soll, ohne dass Follett ihn feiert. Historische Namen fallen am Rand – John Wilkes, George Washington –, die Handlung bleibt bei Mack und Lizzie. Die drei Teile Schottland, London, Virginia wiederholen dasselbe Muster: Wer sich rührt, wird gebunden, und die Bindung trägt jedes Mal ein anderes Recht, Grubenvertrag, Streikgesetz, Kaufvertrag über einen Menschen.
Einordnung
Follett hat nach den Spionagebüchern und neben Die Säulen der Erde einen Roman geschrieben, der Freiheit als Ortsnamen und als Täuschung behandelt. Die schottische Leibeigenschaft der Bergleute ist verbürgt, die Londoner Kohlelöscher und die Deportation nach Amerika auch; die Liebesgeschichte zwischen Kumpel und Adliger ist das Gerüst, das diese Stoffe trägt, nicht ihr Ziel. Gegenüber Kingsbridge, wo der Bau einer Kathedrale Gesellschaft versammelt, ist Die Brücken der Freiheit ein Buch der Flucht: Jede Station verspricht das Offene und liefert eine neue Herrschaft. Der deutsche Titel klingt versöhnlicher als das Original, das einen Platz nennt, den es erst am Schluss gibt, und auch dort nur als Anfang.
Verwechslungen mit anderen Brücken-Titeln und mit späteren Hausromanen aus dem amerikanischen Süden helfen nicht. Follett schreibt Unterhaltung mit Recherche, keine Sozialgeschichte in der Härte Zolas; die Figuren sind klar verteilt, Gut und Böse erkennbar, der Atem episch. Genau das hat dem Buch Leser verschafft, die von der Kathedrale kamen und hier Kohle, Themse und Tabak fanden. Wer Follett nur als Mittelalterautor liest, übersieht, dass er das achtzehnte Jahrhundert als Kette von Verträgen erzählt: über Kinder, über Streik, über Haut.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
