Der Tod in Venedig

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Tod in Venedig
Autor(en): Thomas Mann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie:
Erscheinungsjahr: 1912
Seitenanzahl: 143 Seiten
Originaltitel: Der Tod in Venedig
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3150147050
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150147054
Schlagwörter: Künstlertum, Verfall, Schönheit, Seuche
Sachgebiete: Novelle
Rezensionen

Der Tod in Venedig ist eine 1912 veröffentlichte Novelle von Thomas Mann. Sie erzählt vom Zusammenbruch eines disziplinierten Künstlerlebens und gehört zu den bekanntesten Erzählungen der deutschen Literatur.

Inhalt

Der Schriftsteller Gustav von Aschenbach, gefeiert, geadelt und von strenger Arbeitsmoral, erlebt in München eine Blockade. Ein Reisebedürfnis, das ihn bei einer flüchtigen Begegnung am Friedhof überfällt, treibt ihn fort; über Triest und Pola gelangt er auf den Lido bei Venedig und quartiert sich in einem Hotel am Meer ein.

Dort bemerkt er den etwa vierzehnjährigen polnischen Jungen Tadzio, dessen Schönheit er zunächst wie ein Kunstwerk betrachtet und mit Rückgriffen auf Platon philosophisch überhöht. Die Beobachtung wird zur Besessenheit: Aschenbach verlegt seine Abreise, folgt der Familie durch Gassen und Kirchen, wechselt kein Wort mit dem Jungen und gibt Schritt für Schritt seine Würde auf – bis er sich im Friseursalon schminken und jünger herrichten lässt.

Unterdessen breitet sich in der Stadt die Cholera aus. Die Behörden dementieren, desinfizieren aber die Gassen; Aschenbach erfährt die Wahrheit von einem englischen Reisebüroangestellten und verschweigt sie, um in Tadzios Nähe zu bleiben. Ein Traum von einem rauschhaften Fest löst die letzten Hemmungen. Von der Seuche gezeichnet stirbt er in einem Strandstuhl, während er dem ins Meer hinauswatenden Jungen nachsieht; wenige Minuten später verbreitet sich die Nachricht seines Todes in der Welt.

Einordnung

Die Novelle stellt die Frage, ob Kunst aus Disziplin oder aus Rausch entsteht, und verknüpft Aschenbachs Verfall mit antiker Mythologie und der Symbolik einer verfallenden Stadt. Luchino Visconti verfilmte den Stoff 1971, Benjamin Britten machte daraus 1973 seine letzte Oper. 1929 erhielt Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur.