Der Schatten des Windes

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Schatten des Windes
Autor(en): Carlos Ruiz Zafón
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 2001
Seitenanzahl: 562 Seiten
Originaltitel: La sombra del viento
Originalsprache: spanisch
ISBN-10: 3518458000
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518458006
Schlagwörter: Barcelona, Friedhof der vergessenen Bücher, Geheimnis, Lesen
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Schatten des Windes ist der 2001 auf Spanisch erschienene Roman von Carlos Ruiz Zafón, 2003 von Peter Schwaar für den Suhrkamp Verlag übersetzt. Er stand in Spanien Jahre auf den Verkaufslisten, in Deutschland zwei Wochen auf dem ersten Platz, und wurde in Dutzende Sprachen übertragen. Der zehnjährige Daniel Sempere darf sich 1945 im »Friedhof der vergessenen Bücher« ein Werk wählen und nimmt den gleichnamigen Roman eines unbekannten Autors. Was folgt, ist die Suche nach diesem Autor und nach dem, was Barcelona unter Franco nicht erinnern will.

Inhalt

Daniel Sempere lebt mit dem Vater, einem Buchhändler, im Barcelona der Francozeit. Im verborgenen Friedhof der vergessenen Bücher wählt er Der Schatten des Windes von Julián Carax. Der Buchhändler Gustavo Barceló sagt, alle anderen Exemplare seien verbrannt. Daniel verliebt sich in Barcelós blinde Nichte Clara, schenkt ihr das Buch und holt es zurück, als ein vermummter Fremder danach fragt; er findet Clara mit dem Klavierlehrer und wird verprügelt. Vor dem Haus trifft er Fermín Romero de Torres, einen ehemaligen Geheimdienstmann, der auf der Straße lebt. Der Vater stellt Fermín in der Buchhandlung ein. Der brutale Inspektor Francisco Javier Fumero sucht Fermín; im Bürgerkrieg hat Fumero auch Claras Vater ermordet.

Jahre später, 1954, begegnet Daniel Beatriz Aguilar, der Schwester seines Freundes Tomás, die einem Leutnant versprochen ist. Sie lieben sich und finden in der verlassenen Villa der Industriellenfamilie Aldaya das Grab von Penélope Aldaya und dem totgeborenen Kind David. Penélope war Juliáns Geliebte und, ohne dass beide es wussten, seine Halbschwester; der Vater hatte die Siebzehnjährige nach der Geburt eingesperrt und verbluten lassen. Juliáns Mutter Sophie war aus Paris nach Barcelona gekommen, wurde von Don Ricardo Aldaya schwanger und heiratete den Hutmacher Fortuny. Aldaya finanzierte dem unehelichen Sohn die Schule San Gabriel, wo Julián Penélope liebte und der Hausmeistersohn Fumero gehänselt wurde. Die geplante Flucht nach Paris misslang; Julián schrieb dort Romane, die der Schulkamerad Miquel Moliner heimlich finanzierte. Ende 1935 erschien Der Schatten des Windes. Fumero und Jorge Aldaya lockten Julián ins Duell; Jorge starb durch Fumeros manipulierte Pistole.

In Barcelona wird Moliner an Juliáns Stelle erschossen. Julián findet die Gräber, zündet das Lager seines Verlags an, überlebt entstellt und verbrennt unter dem Namen Laín Coubert, einer Figur aus seinem eigenen Roman, die restlichen Exemplare. Die Verlagsmitarbeiterin Nuria Montfort rettet je ein Stück im Friedhof der vergessenen Bücher. Beatriz flieht in die Aldaya-Villa und trifft Julián; Daniel führt ungewollt Fumero dorthin. Fumero fällt durch Juliáns Hand. Daniel überlebt die Schusswunde, heiratet Beatriz, sie nennen den Sohn Julián. Zehn Jahre später kommt ein Manuskript, Daniel und Beatriz gewidmet: Carax schreibt wieder, Barceló will ihn verlegen. Die Wiederholung der Geschichte – der Junge, das Buch, die Schwester des Freundes, die Katastrophe der Entdeckung – ist durchbrochen.

Einordnung

Zafón erzählt eine Geschichte von Abwesenheit: der Mutter, der Geliebten, der Bücher, die niemand mehr liest. Daniel spricht in der Ichform mit Ironie; die Einschübe aus den Jahren vor seiner Geburt, mehr als ein Drittel des Bandes, liefern die Fakten wie in einem Kriminalroman, bis sie sich am Ende zu einem Bild schließen. Analogien binden die Zeiten: Daniel gleicht Julián, der Füller geht von einem zum anderen, nichts geschehe zufällig, sagen Beatriz und die Kinderfrau Jacinta. Der Zwang zur Wiederholung endet erst, als sich Mutige gegen Fumero und gegen das Vergessen stellen. Der Roman gehört zur spanischen Erinnerungsdebatte nach Franco, in der fiktive Kriminalgeschichten sagten, was die Politik lange verschwieg.

2004 wählten die Zuschauer der ZDF-Reihe »Unsere Besten« das Buch auf Platz sechzehn der Lieblingsbücher der Deutschen. Es ist der erste Teil eines vierbändigen Zyklus um den Friedhof der vergessenen Bücher; die Fortsetzungen erschienen auf Deutsch bei S. Fischer. Joschka Fischer und Elke Heidenreich lobten den Roman, die Fachkritik nannte die Konstruktion bisweilen überladen. Wer nach 2001 Barcelona, die Diktatur und die Macht der ungelesenen Bücher in einem Atemzug erzählt, erzählt in Zafóns Schatten, auch dann, wenn er die Melodramatik ablehnt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.